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Dschungelcamp, Tag 6: Liebe und Krieg – und Gunter Gabriel ist sowas von weg

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Dschungelcamp, Tag 6: Liebe und Krieg – und Gunter Gabriel ist sowas von weg

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Immer augenfälliger wird die eigentliche Liebesaffäre dieses Dschungelcamps: Es ist die Männerfreundschaft zwischen dem gezierten, nur vorgeblich halb verrückten Schauspieler Rolf Zacher und dem pragmatischen, frohgemuten Ansager Jürgen Milski. Noch wird die Liaison als Pflegedienst kaschiert, und Jürgen nennt Rolf vor den anderen Campern „mein Vater“. Der gibt so grell den Hilflosen, dass es sogar Ricky Harris aufgefallen ist. Jürgen bezeichnet Rolfs Darstellung als „Rolle seines Lebens“ – er würdigt also ausdrücklich dessen Schauspielleistung, die ihm ebenfalls Verstellungskunst abverlangt. Man sieht an Jürgens Gesicht, wie viel Spaß ihm das macht – bei „Big Brother“ bildetet er ein perfektes Gespann mit dem Soziopathen Zlatko. 16 Jahre später hat der clever-unverstellte Kölner wieder einen Komödianten gefiunden, der ihn sogar zum Sieg tragen könnte.

Eine Mesalliance sind Helene Fürstin und Thorsten Legat: Der schwelende Konflikt wurde in eine direkte Konfrontation überführt, die sie zur Kooperation zwingt, denn beide treten zu einer Prüfung an. „Das defekte Promi-Dinner“ hat zwar einen hohen Ekelfaktor, ist aber zu bewältigen – für einen Thorsten sowieso. An seiner Seite ist Helena, die von ihm bereits als wehleidig kritisiert wurde, erstmals entschlossen und akzeptiert seine Hilfe. Natürlich kippt Thorsten zuerst den fermentierten Eierpunsch hinunter, natürlich verkauft er ihr die Kottzfrucht als überbackenen Käse. Nach bravourös absolvierter Schlemmerei zanken sich die beiden dann abseits des Geschehens, freilich vor den Kameras.

Die Front verläuft etwa so: Helena sagt, dass sie es für das Geld macht und, jawohl, für die Aufmerksamkeit, außerdem bringe es ihr Spaß. Thorsten sagt, dass er es für die Familie tut. Diese Konstruktion ist labil, denn sie unterschlägt, dass Thorsten vor allem SICH SELBST beweisen will, dass er es kann. Helenas Versuch, seinen Narzissmus zu attackieren, begegnet er mit dem Ende des Dialogs: Für eine Fernsehfrau sei ihr Verhalten „nicht professionell“ – mit anderen Worten: Thorsten erwartet, dass er nicht nach seiner Motivation befragt wird, obwohl Helena nicht in Moderatorenfunktion im Camp ist. In den Auslassungen liegt das, was Thorsten nicht sagen will. „Wer meine Lebensleistung kennt – das sind nur ich, meine Mutter und meine Frau.“ In dieser Reihenfolge. Und nur diese Menschen dürfen über ihn urteilen. Von Helena Fürst jedenfalls will er nie wieder etwas hören, und über sie sagen will er auch nichts mehr – was im Lager naturgemäß unmöglich ist.

Ich bin ein Star _ Holt mich hier raus!

Gunter macht das Victory-Zeichen

Im Camp wird noch immer der Stehpinkler gesucht, der nun auch Exkremente auf der Toilettenbrille hinterlassen hat. In Verdacht steht der malade Gunter Gabriel, der nun doch seinen vorzeitigen Abschied bekanntgibt und die Kapitulationsformel feierlich zum Himmel spricht – in seiner Rolle als Johnny Cash könnte er es nicht theatralischer tun. Dr. Bob attestiert ihm hingegen gute Gesundheit: Hinfälligkeit ist also gerade nicht der Grund für Gabriles Demission. Dr. Bob verweist auf die Psyche. Und wirklich: Kaum sitzt er im Auto nach Brisbane, deutet der Sänger das Geschehen, wie es ihm gefällt. David Ortega mag er wieder, er hat ihn schon zu sich nach Hause eingeladen.

Bester Laune ist Gabriel im Hotel, wo er, auf dem Bett liegend, die kümmerliche Vorstellung im Camp mit dem Victory-Zeichen feiert. Begonnen hatte er sie mit dem ausgestreckten Mittelfinger. Sonja Zietlow und Daniel Hartwich titiulieren ihn als „Mimoses“ – tatsächlich ist er eine Furie des Verschwindens, die immer dann weg ist, wenn es weh tut.

Und Gunter Gabriel ist sowas von weg. Demnächst erscheint eine Doppel-CD mit seinen 33 größten Hits.

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Stefan Menne
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