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Duke Ellington – „The Far East Suite“ (RCA Victor 1967)


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Duke Ellington - The Far East Suite
Duke Ellington – The Far East Suite

Die dritte Auswahl von Alben, die sträflich übergangen werden, wenn es um die Kanonisierung von Back-Katalogen geht, finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe. Platten, die für gewöhnlich nicht von den Radarfallen der Kritiker entdeckt wurden und es doch allemal wert sind, gewürdigt zu werden. Und zwar von Wolfgang Doebeling. Wir stellen in den nächsten Tagen in loser Folge einige dieser vergessenen Meisterwerke vor.

Duke Ellington – „The Far East Suite“ (RCA Victor 1967)

Duke Ellington, so kalkulierte John F. Kennedy, schien der geeignete Mann für Kultur-Appeasement in Zeiten des Kalten Kriegs, weil er politische Fettnäpfchen zu meiden wusste, und weil seine Musik so genial wie universal war. Also schickte er 1963 den Pianisten mit Orchester als US-Botschafter auf Good-Will-Tour durch Länder des Ostens. Für Ellington sollte es „one of the most eventful journeys of his long career“ werden, so die Liner Notes. Bei Konzerten in Bagdad, Beirut, Teheran und anderen Metropolen kamen Klassiker zur Aufführung, die den gewünschten Effekt erzielten: dankbare Zufriedenheit bei Publikum und Amtsträgern.

Ellington selbst nutzte die Reise zur Erkundung einer „world upside down“ und machte so neue Klangerfahrungen, die er indes nicht authentisch zu reproduzieren gedachte, sondern mit Co-Komponist Billy Strayhorn zu „swinging impressions“ verdichtete. „Tourist Point Of View“ heißt nicht von ungefähr der erste Track des späten Meisterwerks, das Dukes immenses Jazz-Vokabular noch um harmonische wie rhythmische Finessen erweiterte und das Johnny Hodges oder Jimmy Hamilton zu Höhenflügen inspirierte. Ellington war 67 Jahre alt, als die LP erschien, und zeigte sich selbst erstaunt über die Fülle von Ideen und kreativen Impulsen, die er mit seinen Musikern so herrlich in Einklang gebracht hatte.

RCA Victor

Für „The Dark Knight“ schrieb Heath Ledger ein Joker-Tagebuch

„Method acting“ bedeutet, sich vollkommen in Rollen zu versetzen, bewusst und unterbewusst. Auch Heath Ledger benutzte diese berüchtigte  Schauspielermethode, um sich auf seine Filmdarstellungen vorzubereiten. Er starb am 22. Januar 2008 – sein später mit einem Oscar gekrönte Part als Joker in „The Dark Knight“ war gerade abgeschlossen – an einer wohl versehentlichen Überdosis Schlaftabletten. Um sich in den Joker einzuarbeiten, schloss sich der 28-Jährige einen Monat lang in ein Hotelzimmer ein und benutzte ein Tagebuch, um sich Notizen zu seiner Rolle als psychopathischer Schwerverbrecher und Gegenspieler Batmans zu machen. Ausschnitte aus diesem Tagebuch kann man in der Doku „Too…
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