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Eagles oder Michael Jackson – wer hat wirklich das erfolgreichste Album gemacht?

Seit den Achtzigern tauschen Michael Jacksons Album „Thriller“ und „Their Greatest Hits (1971-1975)“ von den Eagles immer wieder die vordersten Plätze im Ranking der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Die Nachlassverwalter von Michael Jackson stellen nun aber in Frage, ob es bei den neuesten Zahlen mit rechten Dingen zuging – das Eagles-Album hat plötzlich seinen Vorsprung um neun Millionen verkaufte Platten ausgebaut.

Laut der Recording Industry Association of America (kurz RIAA) hat sich „Thriller“ seit dem Erscheinen im Jahr 1982 33 Millionen Mal verkauft. Damit stand Michael Jacksons Album knapp zehn Jahre lang als meistverkaufte Platte der USA auf Platz eins. Nun hat allerdings „Their Greatest Hits (1971-1975)“ aus dem Jahr 1976 überholt: Das Album der Eagles sei neuesten Angaben zufolge 38 Millionen Mal verkauft worden.

Weitere neun Millionen Alben verkauft

Der Grund: Das Label Warner Music Group hat aufwendige Untersuchungen angestellt, um sämtliche Verkäufe seit 1976 tracken zu können. Hierfür besuchte das Datenanalyse-Team des Unternehmens unter anderem eine Firma namens Iron Mountain, die historische Daten speichert. Das Ergebnis: Von 2006 bis 2018 wurden weitere neun Millionen Alben verkauft, die bislang nicht berücksichtigt worden waren. Gutachter der RIAA schätzten die Belege als glaubwürdig ein und verliehen den Eagles deshalb vor einigen Monaten neun weitere Platinauszeichnungen.

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Jackson Label fordert Transparenz

Sowohl die Jackson-Familie als auch Jacksons Plattenfirma Sony Music Entertainment zeigten sich von dieser Entscheidung überrumpelt. In einem Statement von Sony-Music-CEO Rob Stringer heißt es: „Wir waren überrascht und besorgt, dass wir überholt wurden, obwohl sämtliche uns zur Verfügung stehenden Zahlen dagegen sprachen. Wir verlangen lediglich Transparenz, damit wir verstehen können, wie sich die Verkaufszahlen in so kurzer Zeit so dramatisch ändern konnten.“ Das Unternehmen greift auf Daten von Nielsen Music zurück, die darauf schließen lassen, dass seit 2006 lediglich 1,3 Millionen Kopien von „Their Greatest Hits“ verkauft worden sind.

Die Datenfirmen arbeiten allerdings auf unterschiedlicher Grundlage. Beispielsweise zählt die RIAA alle verschickten Alben, auch wenn diese vielleicht im Laden nie verkauft worden sind. Nielsen Music dagegen zählt lediglich tatsächliche Verkäufe und ignoriert Plattenkäufe auf Konzerten oder Künstler- und Label-Webseiten.

Ohnehin muss die Nachlassverwaltung von Michael Jackson künftig mit Umsatzeinbußen rechnen – die Dokumentation „Leaving Neverland“, die sich mit dem mutmaßlichen Missbrauch zweier Kinderfreunde des King of Pop befasst, hat in den letzten Wochen viele Zuschauer zum Umdenken bewegt – einige Radiostationen haben angekündigt, vorerst keine Songs des Künstlers mehr zu spielen.

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