Emma Watson: Hacker-Drohung war nur Marketing-Gag


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Die Ankündigung einiger vermeintlicher Hacker auf 4chan, Nacktbilder von Emma Watson zu posten, weil sie vor den Vereinten Nationen eine Rede über Feminismus gehalten hatte (und darin die Männerwelt aufforderte die Geschlechtergerechtigkeit herzustellen), hatte am Dienstag (23.09.) viele Gemüter erregt. „Business Insider“ berichtete zudem, dass es eine Website mit dem Titel „Emma You Are Next“ gäbe, auf der ein Bild von Watson verbunden mit einem Countdown und dem Logo von 4chan zu sehen ist. Dazu war zu lesen: “Never forget, the biggest to come thus far.”

Seit Mitternacht zeigt die Website keinen Countdown für den angekündigten Leak der Nacktbilder mehr an, sondern verweist mit einem Link auf die Homepage von Rantic. Auf der Seite ist zu lesen, dass sich Rantic als Social-Media-Marketing-Konzern versteht und angeblich für einige der wichtigsten viralen Marketing-Kampagnen und Musikvideos verantwortlich ist.

Auf der Seite von Rantic ist auch ein offener Brief an Barack Obama zu finden: „Wir wurden dafür engagiert, dieser ekelhaften Sache mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die in den letzten Monaten veröffentlichten Nacktfotos von Prominenten sind ein offener Angriff auf die Privatsphäre und ein offensichtliches Anzeichen dafür, dass im Internet zensiert werden MUSS.“

Zusätzlich propagieren die Macher der Seite, dass 4chan grundsätzlich aus dem Netz genommen werden sollte und bezeichnen die Macher des Imageboards – ungewöhnlich für eine professionelle Marketing-Argentur – als „Terror-Gruppe“.

Rantic firmierte auch schon unter den Namen Swenzy und SocialVEVO und hatte laut „Dazed“ im letzten Jahr mehrere Marketing-Aktionen im Netz publiziert, darunter eine Seite, die ähnlich wie „Emma You Are Next“ einen Countdown für einen „Family Guy“-Hoax führte. 

Wie „Dazed“ süffisant herausstellt, handelt es sich um Internet-Trolle, die sich dafür bezahlen lassen, andere Internet-Nutzer zu nerven. Inzwischen wird den meisten Menschen aber aufgegangen sein, dass Rantic mit dieser Aktion, die sie als Verteidigung von Watsons Privatsphäre inszenieren wollten, genau das Gegenteil erreicht haben.