Neunte Kunst

Exklusiver Comic: „Gung Ho“ – Aufsässige Teens gegen den Rest der Welt


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Es kommt selten vor, dass eine Comicproduktion aus Deutschland in Frankreich auf offene Augen trifft. Zuletzt sorgte der deutsche Zeichner Flix durch seinen genialen Berlin-Ritt von Spirou im Nachbarland für Aufsehen. Aber dass eine komplette Reihe bei den comicverliebten Franzosen auf Wohlgefallen trifft, ist etwas Besonderes. Dem Autor Benjamin von Eckartsberg und dem Zeichner Thomas von Kummant ist dies mit ihrer farbenprächtigen Dystopie „Gung Ho“ gelungen.

Inzwischen ist bereits der vierte von fünf geplanten Bänden erscheinen, „Zorn“. Er feiert derzeit beim Comicfestival in München (20. bis 23. Juni) große Premiere.

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Worum geht es in „Gung Ho“?

In der nahen Zukunft: Die so genannte Weiße Plage hat die Menschheit getroffen und stark dezimiert. Europa ist in einzelne stark abgesicherte Siedlungen verfallen, in denen es strenge Regeln gibt, um zu überleben. Hauptdarsteller sind einige Jugendliche, die aufgrund ihres sonderbaren Verhaltens in eine Spezialsiedlung mitten in die Gefahrenzone versetzt werden, wo sie fortan um ihr Überleben kämpfen müssen. Denn immer wieder wird das Fort Apache, wie das Camp offiziell heißt, von gierigen Bestien angegriffen. Natürlich ist das alles nicht so einfach zu bewältigen, wenn zugleich die Hormone verrückt spielen und alle nur Flausen im Kopf haben…

Was macht „Gung Ho“ so besonders?

Die Gestaltung der Comicserie mit geradezu fotorealistischen Tableaus wie in einem Actionfilm trägt ungemein dazu bei, dass „Gung Ho“ einen starken Sog entwickelt. Zeichner Thomas von Kummant flutet seine detailgesättigten Bilder mit Licht und Farben und löst die für Comics üblichen Rahmen einfach auf. Herausgekommen ist ein geradezu bezwingender cineastischer Stil. Die Bedrohung ist jederzeit spürbar, zugleich geht es um philosophische Fragen: Welche Rolle wünschen wir uns für Menschen, die anders denken? Wie viel ist nötig, um sich aufeinander verlassen zu können? Was sorgt im Angesicht der Katastrophe noch für Zusammenhalt?

Natürlich erinnert das an die Jugendbuchreihe „Tribute von Panem“, aber auch die Manga-Serie „Attack on Titan“ von Hajime Isayama dürfte Pate gestanden haben. „Gung Ho“ hat allerdings eine eigene Handschrift, die zurecht Furore gemacht hat. Auch deshalb gewann die Comicreihe aus dem „Cross Cult“-Verlag bereits mehrere Preise, darunter den Rudolph-Dirks-Award.



Dieser Comic erzählt vom Gaceland-Martyrium Priscilla Presleys

Zum Buch: „I'm Every Woman“ ist Liv Strömquists dritte deutsche Publikation und eine Kompilation ihrer frühen Comics, die in Schweden Ende der Nuller-Jahre erschienen sind. Wie auch schon in ihren später geschriebenen Alben „Der Ursprung der Welt“ und „Der Ursprung der Liebe“ setzt sich Strömquist mit der oft komplizierten Beziehung zwischen Mann und Frau auseinander, wobei sie mit Hilfe von Fakten und (feministischer) Theorie versucht, die Machtverhältnisse offenzulegen. Das gelingt ihr oft scharfsinnig und beißend komisch. Manchmal schießt sie aber auch vollends über das Ziel hinaus und liefert eine nicht selten unfreiwillig komische bebilderte Variante des neusten akademischen Entwicklungsstandes der…
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