Flake: Warum Rammstein nicht Opfer der Cancel Culture wurden


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„Im Stadion spielen nur Bands, die ihren Zenit bereits überschritten haben. Eine junge Punkband sieht man nie im Stadion, auch die White Stripes, Sex Pistols oder Dead Kennedys haben nicht dort gespielt“, sagte Rammstein-Keyboarder Flake. Steile These für eine Band, die ab Mitte Mai mit Start in Prag ihre gigantische Stadiontour nachholen wird. „Im Stadion spielen Künstler wie Phil Collins oder Bruce Springsteen – und diese Rentnerbands kurz vor Feierabend. Man sucht sich das aber nicht aus, es ist eher eine logische Entwicklung.“

Während die Eckdaten im Terminkalender von Rammstein fixiert sind, inklusive des neuen Albums im Frühjahr, pflegen die Bandmitglieder weiterhin ihre Soloprojekte. Gitarrist Richard Kruspe mit seinem Metal-Projekt Emigrate. Flake geht mit seinen biografischen Anekdoten „Heute hat die Welt Geburtstag“ auf Lesereise. Wollte er zumindest. Doch in Österreich fiel Corona-bedingt alles flach.

Somit gibt der 55-jährige Einblicke in sein Privatleben. So wären Miley Cyrus oder Rapper Pitbull die stärksten musikalischen Nervensägen seiner Kinder: „Diese hochgepitchten Stimmen und Autotune-Experimente machen mich fertig“, so Flake im Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“.

Vom Bannstrahl der Cancel Culture wären Rammstein bislang verschont geblieben, weil die Band ohnehin seit Anfangstagen unter Dauerbeobachtung stand. „Rammstein ist für viele Menschen das, was in meiner Jugend die Rolling Stones oder Sex Pistols waren. Auch „Sexy MF“ von Prince ist Provokation.“

Die bei den Konzerten in Polen und Russland auf der Bühne gezeigten Regenbogen-Flaggen beschreibt er als „spontane Solidaritätsaktion“ mit der politisch bedrängten queeren Szene in Osteuropa. Lange hätten sie bewusst auf eindeutige Statements verzichtet. „Heute wissen wir“, sagt Flake, „dass man seine Standpunkte ruhig klar darlegen kann.“