Folge 12: Coldplay – „Christmas Lights“


von

„Still waiting for the snow fall / doesn’t feel like christmas at all“ – mit dieser Textzeile hat Chris Martin im vergangenen Jahr ein vertrautes Gefühl beschrieben, das gerade gut zur aktuellen Wetterlage passt. Der Song „Christmas Lights“ war die erste Eigenkomposition nach längerer Pause und  besaß natürlich allein deshalb eine Strahlkraft, die zu einem guten Charteinstieg reichte. Wobei das Wort „Song“ schon für Diskussionen in unserer Redaktion sorgte – eher konnte man sich auf den Plural einigen, also darauf, dass „Christmas Lights“ klingt, als hätte man bloß eine Handvoll Songs oder Songideen aneinandergereiht. Angefangen als Pianoballade, die sich auf Martins hier mal nicht in höchste Tonlagen driftende Stimme verlässt, gerät man nach knapp anderthalb Minuten in einen recht nichtssagenden Part voller Orchesterschmock und kaum hörbarer Gitarre, bevor man sich nach einem Refrain-ähnlichen Zwischenspiel (mit der oben zitierten Zeile) bei zwei Minuten zwanzig gänzlich in einem Kirchenlied wähnt. Da darf natürlich auch er Chor nicht fehlen – Gott sei Dank kein Kinderchor!

Gerettet wird der Gesamteindruck nur vom wunderschönen Video, das zwar vordergründig kitschig sein mag, sich aber die ein oder andere verrückte Idee liefert, die auch dem aalglatt produzierten Song gut gestanden hätte – die Geige spielenden Elvis-Doubles hätten gerne auch in der Musik von „Christmas Lights“ hörbare Spuren hinterlassen dürfen.

Benotung: *** (Song **, Video **** – ergibt also ***)