Spezial-Abo
Highlight: Coldplay: Alles zum neuen Album – Tour erst in drei Jahren?

Coldplay: Geschichte einer enttäuschten Liebe

Was ist nur aus dieser Band geworden, die einmal so treffend den „Trouble“ nach der verloren gegangenen Liebe besang, sich in die Gehirnwindungen eines Wissenschaftlers vergraben konnte, das erbarmungslose Verstreichen der Lebenszeit in eine grelle Klavier-Tanz-Nummer überführte und den Titel eines ihrer kürzesten und schönsten Songs dem goldenen Mantra eines Kultbuchs für Nerds und Studenten entlieh?

Ich muss zugeben, dass ich an Coldplay verzweifle. Ich kann nicht begreifen, wie es möglich sein kann, dass vier doch recht begabte Typen, die einen Haufen unsterblicher Lieder geschrieben haben, plötzlich aufgehört haben, Musik zu machen. Oder wenigstens Musik, die berühren will. Wie sensibel waren die Welt- und Selbstbeobachtungen dieser Band einmal. Inzwischen werden ihre Songs von einer selten geschmackssicheren Sentimentalität angetrieben.

Man nehme dagegen nur „Such A Rush“, einen der Tracks, den die Briten 1999 auf ihrer längst vergriffenen EP mit dem so wunderbar treffenden Namen „The Blue Room“ veröffentlichten: „Such a rush to do nothing at all“, singt, nein: fleht Martin zu kühlen, verhaltenen Gitarrenklängen, bis er von nervösem Schlagzeugeinsatz begleitet in eine immer dringlicher werdende Klage über die nur noch dem Geldfluss hinterhereilende Menschheit übergeht.

Musik von Millionären

Coldplay, so scheint es, sind längst selbst diesem Geldfluss erlegen. Mit mehr als 80 Millionen verkauften Tonträgern gehören sie schon lange zu den Großen im Geschäft, deren Umsätze den Aktionären ihrer Plattenfirma zuverlässig eine schöne Weihnachtsdividende verschaffen. Zu den unangenehmen Folgewirkungen gehört allerdings auch, dass man das der Musik von Platte zu Platte mehr angehört.

Von „X&Y“, der noch von melancholischen Hymnen bestimmten, eher luftigen als schwierigen dritten Platte bis zu „A Head Full Of Dreams“, dem nach Aussagen der Band möglicherweise letzten Album, kann man, von einigen Ausreißern abgesehen, die Entwicklung einer Gruppe beobachten, die ihre künstlerische Idee, ihr musikalisches Leitbild, zugunsten eines planlosen Zusammenquirlens von Popstandards und Performance-Trends vollkommen aufgegeben hat.



„Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“: mindestens der drittbeste „Krieg der Sterne“-Film

Die Starpower Harrison Fords im Jahr 1983 demonstrierte allein der zeitliche und personelle Aufwand zur Befreiung seiner Figur Han Solo. Es benötigte sechs hochkompetente Freunde und drei Eskalationsstufen, um den Schmuggler aus den Fängen Jabba The Hutts zu befreien – und rund ein Drittel der gesamten Spielfilmzeit der „Rückkehr der Jedi-Ritter“. Zuerst kamen C-3PO und R2-D2 in den Palast des Verbrecherkönigs in die Wüste, dann Leia mit Chewie, schließlich Luke. Lando hatte sich den Einlass bereits erschlichen. Sie alle wollten Han helfen – der hing, eingefroren in eine riesige Tafel aus Karbonit, als Schmuckstück an Jabbas Wand. So viel Aufwand,…
Weiterlesen
Zur Startseite