Pop-Tagebuch

Fünf Alben aus den Achtzigern, die niemanden, aber wirklich niemanden interessieren dürften

Folge 84

Ich muss unkommerzieller werden. Das ist ganz wichtig. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, diesmal ein paar uralte Alben zu besprechen, die eigentlich niemanden interessieren, bei einigen glücklichen Zeitgenossen aber für platzende Hosennähte sorgen dürften.

Wer weiß, vielleicht erschließt dieser neue Hang zum hochgradig Unangesagten meinem Pop-Tagebuch ja irgendwo sogar neue Märkte. Lassen Sie also wie ich alle Coolness-Codes sausen, ziehen Sie sich warm an und folgen Sie mir also auf einem beschwingten Ausritt durch selten besichtigte Sumpflandschaften des Pop. Auf geht’s …

Jason & The Scorchers – Fervor (1983)

Ich liebe diese Platte. Die Kuhpunk-Legenden Jason & The Scorchers hatten schon 1982 eine EP  veröffentlicht, doch erst dieses Mini-Album bescherte der Band eine größere Aufmerksamkeit. Aus heutiger Sicht mag das halbwegs verwundern, sehen die Musiker doch auf dem Cover aus wie die Hämorrhoiden am Hintern der Popkultur. Aber über die stilistischen Marotten vergangener Zeiten zu lachen, ist bekanntlich kein Vergnügen auf dem allzu großer Segen liegt.

Das Album eröffnet mit einer Kneipenrock-Fassung von Dylans „Absolutely Sweet Marie“. Man kann darüber streiten, ob es klug ist, Platten mit Kneipenrockversionen von „Absolutely Sweet Marie“ zu eröffnen, aber offenbar nicht mit Jason & The Scorchers. Jason Ringenberg und die Seinen drehten zu dem Stück gar ein halbwegs aufwändiges Video, das man jedoch ganz dringend nicht gesehen haben muss.

Der Rest der Platte ist feinster hingeschmissener Country-Rock für alle Menschen, denen Green on Red zu subtil sind. Was man der Band hoch anrechnen muss, ist der ernsthafte Umgang mit den Country-Einflüssen. Hier geht es hörbar nicht um Blödel-Country wie bei etlichen anderen Kollegen jener Zeit. Nein, die Burschen meinten es ernst und waren vermutlich keinem zünftigen Honkytonkin’ abgeneigt. Tolle Bier-Platte!



Überfälle, Ratten, Hipster – Urlaubstipps per Fernsehserie

Wenn im Frühstücksfernsehen selbsternannte „Grill-Experten“ anfangen, wertvolle Tipps für saftiges Fleisch und gegen den drohenden Krebs geben, weiß man, dass der Sommer vor der Tür steht. Noch lässt ihn Deutschland nicht rein, aber man kann sich ja schon mal nach potenziellen Urlaubszielen umsehen - zum Beispiel in aktuellen Fernsehserien. Leider kommen das bezaubernde Südstaatenkaff Bluebell („Hart Of Dixie“) und das noch magischere Bon Temps („True Blood“) nicht in frage, sie existieren gar nicht. Andere Serien-Standorte allerdings schon - meine Favoriten: New York City ( „2 Broke Girls“) Ort: Brooklyn, nicht Manhattan. "Gossip Girl" ist vorbei, jetzt übernehmen die coolen Mädchen…
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