„G, C, D!“ – The Vaccines live in Berlin

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„G, C, D!“ – The Vaccines live in Berlin

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„What Did You Expect from the Vaccines?“ hieß das Debüt der Vaccines, erschienen 2011. Was also dürfen wir von der britischen Band vier Jahre später erwarten? Eine ganze Menge, denn ihr aktueller Longplayer „English Graffiti“ macht dort weiter, wo die erste Platte anfing: Indierock zwischen Pixies und Sleater-Kinney, hervorragend irre vorgetragen.

Die vier Londoner (mit Tour-Unterstützung am Keyboard) stellten die neuen Songs im Rahmen von „MINI Meets Music“ – einer vom Autobauer MINI und Sony Music gemeinsam präsentierten Veranstaltung – bei einem Mini-Konzert (get it?) in denkwürdiger Location vor. Besagte denkwürdige Location war die Monkey Bar, ganz oben im Bikini Haus über den Dächern von Berlin.

Mit „Handsome“ aus „English Graffiti“ begannen die Vaccines ihr zehn Lieder umspannendes Set. Ursprünglich als ruhiges Akustik-Konzert angekündigt, machte die gut aufgelegte Band von Anfang an keine Gefangenen. Die für die Musiker vorgesehenen Barhocker wurden schnell ignoriert; Sänger Justin Young tänzelte semi-ironisch vor wolkigem Tiergarten-Panorama, während Lead-Gitarrist Freddie Cowan beim inspirierten Solieren weltvergessen so energetisch stampfte, als wäre er wütend auf den Boden.

Die Setlist bestand aus Songs aller drei Alben und mischte bierselige Balladen („Wetsuit“) mit Surfer-Punk („Norgaard“) und Indie-Pop („Handsome“) zu einer gelungenen halben Stunde, die viel zu schnell vorbei war. Mit so tanzbarer, gut gelaunter Musik hatten wohl die Wenigsten gerechnet. Die Zugabenrufe blieben leider unbeantwortet, Sänger Young war halt noch ein wenig erkältet.

Ein Superfan durfte die Helden auf der Gitarre begleiten

Zur sichtlichen Freude der Gruppe und dem Amüsement des übrigen Publikums – das aus geladenen Gästen bestand – waren einige „Super-Fans“ eingeladen, die es kaum glauben konnten, ihre Lieblingsband in so exklusiver Atmosphäre zu erleben. Ein mitgrölender Drei-Personen-Moshpit begleitete den Auftritt, und Young zeigte sich dankbar und spielte „No Hope“ vom zweiten Album „Come of Age“ unplugged inmitten seiner Super-Fans.

Einer von ihnen zog das ganz große Los und durfte beim letzten Stück „Norgaard“ seine Helden sogar an der Gitarre begleiten. „G, C, D?!“, fragte er etwas panisch vor dem Anzähler in die Runde. Seine verständliche Unsicherheit war unbegründet, wurde seine Rhythmus-Gitarre doch im Mix sicherheitshalber großzügig nach unten geregelt.

Nach den Vaccines legte DJ Norman Landman auf und brachte einen guten Abend zu einem angemessenen Abschluss. Jeder Gast – egal, ob auf der Monkey-Bar-Terrasse oder am Panorama-Fenster, oder auf dem Nachhauseweg – hatte wohl denselben Ohrwurm, den unverschämt eingängigen „If You Wanna“-Refrain, vom ersten Album „What Did You Expect from the Vaccines?“: „If you wanna come back, it’s alright, it’s alright/It’s alright if you wanna come back“.

 Setlist:

Handsome
Want You So Bad
Wetsuit
Minimal Affection
Melody Calling
Teenage Icon
In Love
No Hope
If You Wanna
Norgaard

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