„Game of Thrones“: Kapitol-Stürmer nutzte „I choose Violence“-Spruch


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Cersei Lennister ist eine Hauptfigur es Fantasy-Spektakels „Games of Thrones“. Eine kalte Frau, verkörpert von Lena Headey, die sich in den Ränken des Königshauses ergeht. Das Zitat „Wie Cersei Lennister sagte, ich wähle Gewalt“ spielt nun eine Rolle im echten Leben: Bei der juristischen Aufarbeitung des Sturms auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021.

Der 25-jährige Jeremiah Caplinger gehörte zu denjenigen, die sich gewaltsam Zugang in das Kongressgebäude verschafft hatten. Er ist geständig, in Erwartung seines Urteils. Die örtliche Staatsanwaltschaft lieferte nun einen Prozessvermerk mit einer digitalen Fotomontage aus der Hand von Caplinger ein. Darauf ist ein Soldat aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen den Briten abgebildet, versehen mit eben jenem Gewalt-Zitat aus „Games of Thrones“.

Um den Sachverhalt auch nicht Serien-affinen Prozessteilnehmern verständlich zu machen, erläuterten die Staatsanwälte das Zitat in einer Fußnote. „Nachdem Cersei Lennister mit einer Gruppe politisch ermächtigter religiöser Eiferer konfrontiert wurde, die sie warnen, dass ‚es Gewalt geben wird, wenn sie ihnen nicht nachgibt‘, antwortet Cersei Lennister: ‚Ich wähle Gewalt.‘“

Der US-Showbiz-Newsdienst „Deadline“ zitiert weiterhin aus der Anlage, dass Lennister in der Serie „eine Waffe mit enormer Zerstörungskraft benutzte, um eines der größten und wichtigsten Gebäude der Hauptstadt in die Luft zu sprengen“. Hier hatten sich Politiker und religiöse Führer aufgehalten, die Cersei tatsächlich in die Luft sprengt.

„Mit der Aussage ‚Ich wähle Gewalt‘ hat Cersei Lennister den Massenmord gebilligt und diesen dann ausgeführt, um ihre politischen Ziele zu erreichen“, heißt es im Memorandum der Staatsanwaltschaft. Da der Angeklagte das Zitat nebst Foto nur zwei Tage nach dem 6. Januar veröffentlichte, würde es einen alarmierenden Einblick in Caplingers Geisteszustand geben, in der Absicht das Capitol mit zerstörerischer Absicht zu stürmen.

Laut Staatsanwaltschaft trug Caplinger an jenem Tag martialische Schutzkleidung. Er hätte eine Mauer auf dem Gelände überstiegen und Büroräume verwüstet. Seine nachfolgenden Beiträge auf Social Media würden keinerlei Reue für diese Taten zeigen. Jeremiah Caplinger hatte sich bereits im letzten November für diese Punkte schuldig befunden. Aus den Unterlagen geht hervor, dass ihm bei seiner Verurteilung am 1. Februar mindestens sechs Monate Gefängnis drohen.