Gegen Disney: Fast 700 deutsche Kinos boykottieren „Avengers – Age Of Ultron“

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Gegen Disney: Fast 700 deutsche Kinos boykottieren „Avengers – Age Of Ultron“

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Während die Menschen in Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg in Scharen in die Kinos rennen, um „Avengers – Age Of Ultron“ zu sehen, wird der Comic-Film mit Starbesetzung (u.a. Scarlett Johansson, Robert Downey Jr, Samuel L. Jackson und Mark Ruffalo) in vielen kleineren Städten überhaupt nicht gezeigt.

Der Grund ist allerdings nicht die plötzlich entdeckte Abneigung für derartige Event-Filme, sondern ein Boykott vieler Kinobetreiber in kleineren Regionen. Die an den Verleih (Disney) zu zahlende Filmmiete wurde kräftig angehoben, von 47,7 auf 53 Prozent des Eintrittspreises.

Kinos investieren, Verleiher sparen

Das hatte das Unternehmen den Kinobetreibern ohne jede Absprache mitgeteilt und auch noch weitere Bedingungen für die Präsentation des von Joss Whedon inszenierten Leinwandspektakels diktiert: Reklamekostenpauschalen sollten ersatzlos gestrichen werden, Zuschüsse zu den Umsätzen mit 3D-Brillen der Vergangenheit angehören.

Für viele Kinobetreiber in Provinzregionen (in Großstädten sind die Bedingungen schon seit vielen Jahren gang und gäbe) eine Zumutung, denn sie haben derzeit noch mit hohem Kostendruck und Modernisierungszwängen zu kämpfen. „Mit diesen Konditionen auf die Branche zuzugehen, das ist völlig unüblich und für mich ein Skandal“, sagt Andreas Kramer vom Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF).

Der Protest wurde von der „I.G. Nord“, einem Zusammenschluss norddeutscher Kinobetreiber, initiiert. Inzwischen gibt es aber in der ganzen Republik zahlreiche Unterstützer. „Avengers – Age Of Ultron“ wurde auf 686 Leinwänden in 193 kleineren Orten aus dem Programm gestrichen.

Greifen die Fans nun auf illegales Streaming zurück?

Benachteiligt sind nun erst einmal die Fans der Reihe, die nun entweder eine längere Reise für ihren Kinobesuch einplanen müssen oder ganz darauf verzichten. Damit könnte sich Disney ein Eigentor geschossen haben, denn viele potentielle Zuschauer könnten stattdessen auf illegale Streaming-Dienste oder Filesharing-Börsen zurückgreifen. Das sollte nicht im Sinne des längst zum Unterhaltungsgiganten aufgestiegenen Micky-Maus-Konzern sein.

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