Gil Ofarim im Dschungelcamp: So macht ihn Ariel mundtot
Mansplaining im Dschungelcamp: Gil Ofarim unterschätzt Ariel massiv. Die 22-Jährige lässt sich nichts bieten und wird zur Publikumsliebling-Kandidatin.
Ariel ist die große Detektivin, die Fragen stellt, denen Gil Ofarim nicht ausweichen kann. In seinem einstigen Reueinterview bei RTL konnte er noch seine „eigene Version“ vom Davidstern-Skandal erzählen und Monologe halten. Hier muss er sich den Fragen der hartnäckigen 22-jährigen Schweizerin stellen, die nicht locker lässt.
Sie rückt ihn in die Nähe eines „Verbrechers“. Er nennt sie „Mäusele“ und verweist auf den Altersunterschied. Großer Fehler. Mansplaining. Ariel lässt sich so etwas nicht bieten.
„Ich will nicht, dass Du so mit mir redest!“. Er schweigt. Eine sexistische Reaktion. Ariel ist nun, schon am zweiten Tag des Dschungelcamps, Favoritin auf den Titel der Dschungelkönigin.
Ein Mann am Boden
Es muss sehr anstrengend sein für Gil Ofarim, hier zu sein. Fürs Geld? „Unter anderem“, sagt er. Und weiß keine weitere Antwort. Es muss auch deshalb anstrengend sein, weil er sich auf One-Liner spezialisiert hat. Wer wenig spricht, hat es einfacher, die Stimme tief zu halten, das unnatürlich klingende Timbre zu bewahren.
Die meiste Zeit blickt er auf den Boden, wie jemand, der im Gefängnis sitzt und beim Hofgang nicht die Aufmerksamkeit der Bären wecken will. Wenn seine Geschichte mehr ist als nur die Davidstern-Geschichte – warum erzählt er sie dann nicht, sondern senkt stumm den Blick? Es ist traurig, denn anscheinend hat er gar nichts zu sagen.
Ariel lässt nicht locker
Ariel investigativ: „Was machst du eigentlich hier! Du chillst gerade deine Eier hier.“ Und vor der Kamera: „Verschwiegenheitserklärung unterschrieben? Gil! ‚G‘ wie ‚gelogen‘!“
„Ich bin nicht hierher gekommen, um diese Geschichte wieder aufzuwickeln“, sagt Ofarim. Und dass er sich „persönlich entschuldigt habe“.
Was bleibt zu wünschen?
Was soll man Gil Ofarim wünschen? Seine hohe Gage bekommt er sowieso. Er schiebt ja immer seine Kinder vor – in zwei Sendungen hat er sie schon zweimal erwähnt. Er müsse sie ja ernähren.
Gil Ofarim ist einer der meistgehassten Menschen Deutschlands. Er wird sich überlegt haben, wie er im Dschungelcamp, wenn es diese Verschwiegenheitserklärung geben sollte, „seine Geschichte“ erzählt.
Also weckt er nachts Umut. Holt ihn zum Lagerfeuer. Umut ist ein lieber Kerl, der für Widerworte nicht bekannt ist.
Sein geliebtes Mikrofon habe er verkaufen müssen, aus Geldnot. „Ich habe mich gefragt, wozu das alles noch“, sagt Ofarim zu Umut. Wenn alles vorbei ist, wolle er zu seinen Kindern nach München. Umut ist von ihm überzeugt. „Taten zählen, nicht Worte. Wenn er das macht: München, dann sage ich: Hut ab.“
Seine Lagerfeuergeschichte würzt Ofarim mit Beatlemania-Erfahrungen – also Beatlemania, die er am eigenen Leib erfahren hat. „Die haben den ganzen Flughafen in Bangkok gesperrt – als ich gelandet bin.“ Sehr viele Fans, die dort auf ihn gewartet haben.
Mäuseles?
Keine klugen Erzählungen jedenfalls, wenn man den Eindruck erwecken möchte, dass es einem schlecht geht. Ist es das, was Ofarim heute fehlt? Die Anerkennung von kreischenden Fans?
Also, was soll man Ofarim wünschen? Vielleicht, dass er Dschungelkönig wird. Dann muss er noch lange aushalten, also richtig was tun für sein Geld. Dass Ofarim seine Musikkarriere erfolgreich fortsetzen kann, scheint ausgeschlossen.
Am Ende der Sendung wird Ofarim fast in die nächste Dschungelprüfung gewählt. Fast. Er landet auf dem zweiten Platz hinter Ariel. Wer hat ihn gewählt – seine Fans (aus Bangkok) oder die Menschen, die ihn nicht mögen? In dieses Stimmungsbarometer hätte er vielleicht gern Einsicht. Leider sagt die Telefonbeteiligung nichts über Beliebtheitswerte aus.
Die wahren Sätze des Tages
Der schönste, wahrste Satz des Tages stammt übrigens von Eva. Sie sagt ihn zu Ariel: „Meine Persönlichkeit basiert nicht auf einer Geschichte. Du kannst mich hier kennenlernen.“ Das ist wahr. Und ist die Dschungel-Essenz, die so oft keiner bedenkt.
Der zweitschönste Satz stammt vom TV-Bauern: „Mit der hat es nicht geklappt. Mit der Zweitplatzierten hat es auch nicht geklappt.“
Der beste Schrei: von Hubert bei der Dschungelprüfung. Als die Kakerlaken auf ihn einprasseln, schreit er – vor Schmerz. „Ariel, mach hinne!“ Ihr Geschrei ist tatsächlich so schlimm wie der von Willie im „Tempel des Todes“. Prüfung versemmelt. „Wieder nichts zu essen, Mensch!“, brüllt Hubert.
Die beiden gehören ab jetzt in jede Prüfung.