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„I’m New Here“ von Gil Scott-Heron: Letzter Stoßseufzer eines großen Dichters


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Gil Scott-Herons Stimme oszillierte stets zwischen unerbittlicher Härte, die seinen zielgenauen Poemen über das vielfach trostlose Leben der Afroamerikaner in den USA Gewicht verlieh, und nachsichtiger Smoothness, die von seiner Liebe zu Jazz und Soul geprägt war.

Auf „I’m New Here“, dem letzten Stoßseufzer dieses großen Dichters und Aktivisten, klang sie allerdings anders als zuvor: abgerieben, fast ausgemergelt. Sie schien dem Leben von Scott-Heron im neuen Jahrtausend angemessen. Er verbrachte wegen seiner Kokainabhängigkeit mehrere Jahre im Gefängnis. Er trug das HI-Virus in sich. Und er hatte Jahre lang keine neuen Songs mehr aufgenommen.

Schon „Spirits“, das 1994 erschien und seinen Status als Urvater des HipHop festigte, wirkte wie eine letzte Verbeugung. Doch die kam erst 16 Jahre später: „Me And The Devil“, „New York Is Killing Me“, „On Coming From A Broken Home“ – die Titel der Stücke enthüllten ihren Bekenntnischarakter.

Maximale Reduktion

Scott-Heron beschwor seine Lebensthemen mit eigenartig mildem Zorn; er selbst inszenierte sich als Märtyrer des amerikanischen Krieges gegen die Drogen, ohne dass Selbstmitleid aufkam. Produzent Richard Russell hatte Scott-Heron noch hinter Gittern besucht und ihm sein Konzept eines fragmentarischen Albums mit minimalistischen Elektrorhythmen vorgestellt, die seine Worte untermalen sollten.

Geradezu meisterhaft verschmolzen diese akustischen Elemente – dunkel-drückende Beats, auch mal nur Händeklatschen – mit dem whiskeygetränkten Spoken-Word-Crooning des Sängers, das hier immerzu im Vordergrund steht. Eine moderne Entsprechung von Gospel und Blues. Der Black Preacher erreichte die Clubs.

Die Jubiläumsfassung, seit Anfang Februar 2020 erhältlich, würdigt dieses wirkmächtigste musikalische Vermächtnis der letzten Zeit mit unveröffentlichten Stücken.

Darunter sind Neuvertonungen („Winter In America“), eine Aufklärung über den Ursprung des Jazz-Begriffs und ein Cover von Richie Havens’ „Handsome Johnny“.


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