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Godards Muse: Schauspielerin Anne Wiazemsky ist tot

Mit auratischen Auftritten in Filmklassikern wie „Zum Beispiel Balthasar“ und „Teorema – Geometrie der Liebe“ wurde die 1947 in Berlin geborene Anne Wiazemsky einem großen, cineastischen Publikum bekannt. Nun ist die Enkelin des Literaturnobelpreisträgers François Mauriac im Alter von 70 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung gestorben, wie ihre Familie mitteilte.

Nach ihrem Filmdebüt 1966 in Robert Bressons Minimalismus-Kunstwerk „Zum Beispiel Balthasar“ lernte Anne Wiazemsky Jean-Luc Godard kennen und lieben. Sie spielte in seinen Spielfilmen „Die Chinesin“, „Week-End“ und später auch in „One plus One gemeinsam mit den Rolling Stones mit. 1967 heiratete die Tochter eines russischen Diplomaten den exzentrischen Filmregisseur, ließ sich aber nach 12 Jahren Ehe von ihm scheiden.

Jean-Luc Godard und Anne Wiazemsky
Jean-Luc Godard und Anne Wiazemsky

Zartes Antlitz, starke Charaktere

Wiazemsky prägte mit ihrem zarten, fragilen, mädchenhaften Gesicht und den von ihr betont schüchtern gespielten jungen Frauen das französische Kino der späten 60er, doch trat sie bis zuletzt nicht aus dem Schatten ihrer großen Kolleginnen wie Brigitte Bardot, Jeanne Moreau oder Catherine Deneuve. Nachdem die Schauspielerin in den 80er-Jahren kaum noch Rollen angeboten bekam, zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück und begann zu schreiben.

Anne Wiazemsky in ihrem Haus in Paris

Mit autobiographischen Romanen wie „Une année studieuse“ und „Un an après“ reflektierte sie das Leben mit Jean-Luc Godard und schilderte ihre Kindheit. In „Jeunne fille“ beschrieb sie die Zusammenarbeit mit Regisseur Robert Bresson. Für ihre Erzählungen erhielt Wiazemsky zahlreiche Preise. Der Roman „Mein Berliner Kind“ fand auch viele deutsche Leser.

Archivio Cameraphoto Epoche
Ulf Andersen Getty Images

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