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Highlight: Die 50 besten Country-Alben aller Zeiten

Good Old Girls

Alle reden durcheinander in „Nashville“ von Robert Altman, einem Film der 70er-Jahre, der nach demselben Episodenprinzip wie „Short Cuts“ gestrickt ist. Altman liebte es, wenn die Schauspieler einander ins Wort fielen, Dialoge schwer verständlich waren und von Nebengeräuschen gestört wurden.  Außerdem liebte Altman die Musik: „Nashville“ handelt vom sogenannten Country-Mekka, von Machenschaften hinter den Kulissen, Stars und Sternchen, Zickenkriegen und Bullenreiten, der Lokalpolitik und dem täglichen Klatsch. Im Fernsehen wird dieser pulsierende, faszinierend schlamperte Film selten gezeigt. Dafür gibt es jetzt „Nashville“, die Serie: aufgeräumt, übersichtlich, in gemütliche Rotbrauntöne getaucht. Auch dieses „Nashville“ handelt vom Geschäft der Country Music (und daneben auch ein wenig von der Kunst der Country Music), von alten Freundschaften und neuen Feindschaften, Alkoholismus, Lokalpolitik,  Schulden – und, jawohl, der Liebe, von der fast alle Country-Songs erzählen.

Die alternde Sängerin Rayna Jaymes (Connie Britton) konkurriert mit der aufstrebenden jungen Juliette Barnes (Hayden Panettiere), die ihr den Songschreiber Deacon Claybourne (Charles Esten) abspenstig machen will, mit dem sie früher liiert war. Heute ist sie mit einem Politiker verheiratet und führt ein großes Südstaaten-Haus, sie kämpft gegen ihren soignierten Vater um ihr Selbstwertgefühl und ihre Karriere und muss sich zugleich um ihre Familie kümmern, weil man das in Amerika eben tut. Juliette ist an Deacon vor allem interessiert, weil sie ihn Rayna wegschnappen kann. Und Deacon liebt Rayna noch immer, spielt Gitarre in ihrer Tournee-Band und kann jeden Moment wieder zur Flasche greifen, wenn der Mond über Nashville so melancholisch leuchtet. Dann sitzt er im Flanellhemd auf den Stufen der Veranda und überlegt sich ein Lied, wie er es früher mit Rayna tat. Daneben sehen wir ein junges Songschreiberpaar, das seine Songs für einen Verlag verfasst, wie es in den 60er-Jahren üblich war. Das Mädchen, eine fragile Blondine, heißt Scarlett O’Connor. Das hat dann auch jeder verstanden. Ihr Rhett Butler ist allerdings ein eifersüchtiger Gitarrist, der selbst gern Songs schreiben würde, aber nur erfolglos in einer Band spielt.



Freiwillige Filmkontrolle: „Contagion“ und „Outbreak“ im Seuchen-Check

Eines steht schonmal und zum Glück fest: So gefährlich wie die neuartigen Viren in den Thrillern „Contagion“ und „Outbreak“ ist das real existierende Coronavirus nicht (auch wenn James Bond bereits vor ihm geflüchtet ist). Aber wie realistisch sind die Filme von 2011 bzw. 1995 eigentlich, und wie gelungen, wie spannend also sind sie als Genre-Filme? FFK widmet sich den Werken von Steven Soderbergh und Wolfgang Petersen, die, im Angesicht von Corona, auch steigende Streamingzahlen verzeichnen. „Contagion“ und „Outbreak“: FFK-Weiterhören: 1985: Goonies, Mad Max, McFly und Co. 1985 auf dem Prüfstand – Teil 1 Oscars 2020: der Check „Uncut Gems“ –…
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