Gorillaz: Damon Albarn erklärt, warum der Glastonbury-Auftritt mies war


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Alle waren sie da: Snoop Dog, Mark E. Smith, De La Soul, Lou Reed, Bobby Womack und die wunderbare Little Dragon-Sängerin Yukimi Nagano. Dennoch fielen die Kritiken des Gorillaz-Gigs auf dem Glastonbury – wo sie kurzfristig für U2 eingesprungen waren – eher dürftig aus. So konstatierte der Guardian nüchtern, man habe es schlichtweg nicht geschafft, das Publikum zu erreichen. Der Telegraph nannte das Konzert „eine Enttäuschung“. Tatsächlich verließen zahlreiche Zuschauer die Pyramid Stage frühzeitig. Was auf dem Glastonbury, beim eigentlichen Heimspiel Albarns, nicht funktionierte, sah eine Woche später auf dem Roskilde schon wieder anders aus: Der Gorillaz-Gig am Donnerstagabend geriet zum mitreißenden Siegeszug, der dem Roskilde-Publikum die Kiefer runterklappen ließ.

Was war also geschehen? Diese Frage stellte sich auch Damon Albarn und verkündete seine Antworten kürzlich auf BBC Radio One. Mit Blick auf den nun auf den 21. November verlegten einzigen Tourstopp in Deutschland im Berliner Velodrom (für den es noch Tickets gibt), lohnt es sich, da mal reinzuhören: „Wir hatten es noch nicht geschafft, uns von einer Art Filmorchester, das bloß die Comicfiguren beschallt, zu einer richtigen Band zu entwickeln, die auch Publikumsinteraktion zulässt.“ So wäre bei dem Glasto-Gig das Zwischenmenschliche zu kurz gekommen. Dass ihm viele eine zu stark herausgestellte Arroganz im Kreise seiner namhaften Gaststars attestierten, verschwieg Damon Albarn allerdings. Aber er versprach: „Wir haben uns entwickelt.“ Das lässt doch auf den Novembergig hoffen.

Eine Randnotiz aus dem BBC-Interview, die auch nicht zu verachten ist: Damon Albarn klagte, er wolle gerne mehr Zeit mit seinen ehemaligen Blur-Kollegen verbringen. Auf die Frage, ob es mit Blur weitergehe, sagt er: „Irgendwann. Definitiv“.

Gorillaz – „Feel Good Inc“ (live at Glastonbury 2010)

Gorillaz – „To Binge“ (live at Glastonbury 2010)