Tschau, Tscharlie!

Günther Maria Halmer ist tot. Ein Nachruf auf den eigenwilligen Schauspieler, der „Tscharlie“ war und Hollywood erreichte.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Es ist unmöglich, sich den Film ohne Günther Maria Halmer vorzustellen. Ich war 1982 ein Jugendlicher, als ich ihn in „Gandhi“ sah. Dann war er in „Sophies Entscheidung“ mit Meryl Streep.

Ein Deutscher in Hollywood!

Wer war dieser Mann, 1945 in Rosenheim geboren?

Ein Eigenbrötler, wiewohl seit 1976 verheiratet. Er ging für zwei Jahre in die Berge von Kanada. Und wenn man so will, hat er die Kantigkeit behalten. Sein Gesicht war Mount Rushmore.

Er ging zur Otto-Falckenberg-Schule in München. 1974 engagierte ihn Helmut Dietl für seine Fernsehserie „Münchner Geschichten“.

Er war Tscharlie. Halmer war der erste Stenz, aber er ähnelte Dietl überhaupt nicht. Günther Maria Halmer war etwas sehr Merkwürdiges: kein Bierdimpfel, kein Hallodri, sondern ein Intellektueller, der eigentlich Architekt oder Handwerker war.

Diese Rollen spielte er immer wieder. Er trat im „Traumschiff“ auf, in unzähligen Fernsehfilmen, die durch ihn so gut wurden.

Sein Vermächtnis sind zwei Filme, seine letzten: „Trapps Sommer“ und „Weißt du noch?“.

Erst jetzt haben wir erfahren, dass der geniale Schauspieler Günther Maria Halmer am 10. Mai im Alter von 83 Jahren gestorben ist.