Harry Styles tanzt sich an die Spitze der Billboard 200

„Kiss All the Time. Disco, Occasionally“ ist bereits das vierte Soloalbum, mit dem der Pop-Megastar die Charts anführt.

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Harry Styles macht kurzen Prozess und tanzt sich direkt an die Spitze. Sein neues Album „Kiss All the Time. Disco, Occasionally“ debütiert auf Platz 1 der Billboard 200 – und ist damit bereits sein viertes Soloalbum, das die Charts anführt.

Das Album startete mit 430.000 verkauften Einheiten und verdrängte Bruno Mars‘ „The Romantic“ vom Thron. Wenige Tage nach dem Release am 6. März hatten erste Hochrechnungen Styles bereits 445.000 Units vorhergesagt. Eine Überraschung ist der Erfolg kaum: Die Lead-Single „Aperture“ hatte zu Jahresbeginn ebenfalls auf Platz 1 der Billboard Hot 100 debütiert.

Für „Kiss All the Time. Disco, Occasionally“ tat Styles sich erneut mit seinem bewährten Kollaborateur Kid Harpoon zusammen und lieferte ein zurückhaltendes, tanzbetontes Experimentalwerk ab, das Genregrenzen bewusst verwischt. Das Album war der mit Spannung erwartete Nachfolger des kommerziellen Megahits „Harry’s House“ von 2022, das mit 521.500 verkauften Einheiten bis heute Styles‘ stärkstes US-Debüt markiert. Aus „Harry’s House“ stammte auch der allgegenwärtige Hit „As It Was“, der sich ganze 15 Wochen an der Spitze der Hot 100 hielt.

Vier Jahre Pause, stärker zurück

„Ich wurde 30 und wollte einfach mal innehalten und so eine Art Bestandsaufnahme machen“, sagte Styles gegenüber Zane Lowe über die vier Jahre seit seinem letzten Album. Die Zeit hat dem Musiker offenbar gut getan. „Ich hatte das Gefühl, als eine stärkere Version meiner selbst zurückzukehren“, fügte er hinzu.

Harry Styles verbringt den Großteil seines wunderbaren neuen Albums auf dem Dancefloor. „Kiss All The Time. Disco, Occasionally“ ist seine erste neue Musik seit vier Jahren – seit er das Pop-Game mit „Harry’s House“ im Sturm erobert und dann einfach hinter sich gelassen hat. Aber der kraftvollste Moment ist der leiseste. „Coming Up Roses“ ist das emotionale Herzstück des Albums, eine der wenigen Balladen, der einzige Song, den er ganz allein geschrieben hat. Es ist seine direkteste romantische Annäherung an einen klassischen Pop-Liebessong. Aber es ist die Art von romantischer Einladung, die beginnt mit: „Tell me your fears.“ Es geht wirklich um Zweifel und Verletzlichkeit – und genau deshalb trifft es so präzise, wo Harry gerade steht.

„Coming Up Roses“ ist das Mission Statement

Das neue Album ist im Grunde ein Zwilling seines Solo-Debüts von 2017 – beide sind „Neuanfang“-Alben, beide vermeiden offensichtliche Hits oder große Gesten. Er singt unverblümt über das Entkommen aus der Celebrity-Falle, etwa in „Paint by Numbers“. Das gesamte „Kissco“-Album fühlt sich emotional nackt an, selbst in den Electro-Sleaze-Bängern – so wie er sich in einem anderen Highlight selbst tadelt, in „The Waiting Game“: „You’ve been a little over-honest lately.“ Aber „Coming Up Roses“ ist das Mission Statement – das „Matilda“ oder „Cherry“ dieses Albums, der Song, der die Messlatte für alle anderen legt.

Er singt eine überwältigend intime Ballade im Stil von „Fine Line“, nur Klavier und Orchester, mit dem renommierten Dirigenten Jules Buckley. Zwei verängstigte Menschen, die einen Moment miteinander finden und ihre Unsicherheiten eingestehen. „Just for tonight let’s go hangover chasing“, singt er über die sehnsuchtsvollen Pizzicato-Streicher, „and I’ll talk your ear off about why it’s safe/As I fumble my words and fall flat on my face through the truth.“

Maya Georgi schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil