Highlight: Das sind die 50 besten deutschen Alben aller Zeiten

Herbert Grönemeyer zum 60. Geburtstag: Der sperrige Held des Volkes

Es war im Sommer 1986, also vor knapp 30 Jahren, als im Ruhrstadion zu Bochum der “Herbert-Mythos” in Stahl und Kohle gemeißelt wurde. Nach dem arg gefloppten Debütalbum auf dem Stuttgarter Schallplattenlabel Intercord war die Popkarriere des singenden Ruhrpott-Schauspielers Herbert Grönemeyer eigentlich schon beendet, bevor sie begonnen hatte. Keine Subkultur, kein Trend-Bewusstsein, stattdessen komische Schlabber-Sweatshirts. Ein kauziger Kollege für die gestylten Achtziger.

Doch irgendwer bei EMI Electrola in Köln setzte trotzdem auf den charismatischen Blonden mit der Knödelstimme und holte ihn zum ungleich größeren Majorlabel, das damals mit Tonstudio, Kantine und einem stattlichen Presswerk für Vinylschallplatten im Industrieviertel Braunsfeld residierte.

Das Resultat dieser Beharrlichkeit ist weithin bekannt: Mit “4630 Bochum” spät-startete eine der eindrucksvollsten Multikünstler-Laufbahnen der alten Bundesrepublik. Songs wie “Männer” oder “Flugzeuge im Bauch” und natürlich die Lokalpatrioten-Hymne über seine graumäusige Heimatstadt ließen, noch vor dem Mauerfall, eine deutsche Pop-Identität sprießen. Flankiert von Mundart-Rockern wie BAP, den Rodgau Monotones (“Die Hesse komme”), Lederwesten-Typen wie Klaus Lage und natürlich seinem späteren Dauer-Rivalen Marius Müller-Westernhagen war die so hoffnungsvoll gestartete Neue Deutsche Welle in einen rockigen Mainstream aufgegangen.

Herbert Grönemeyer: Geboren 12.4.1956 in Göttingen. Wichtigste Alben: „4630 Bochum“ (1984), „Bleibt alles anders“ (1998), „Mensch“ (2002) Größter Hit: „Männer“ (1984) Gut zu wissen: Seit 1999 betreibt Herbert Grönemeyer ein eigenes Label, Grönland Records, bei dem unter anderem das Frauenduo Boy und der Liedermacher Philipp Poisel unter Vertrag stehen.
Herbert Grönemeyer: Geboren 12.4.1956 in Göttingen. Wichtigste Alben: „4630 Bochum“ (1984), „Bleibt alles anders“ (1998), „Mensch“ (2002). Größter Hit: „Männer“ (1984).
Gut zu wissen: Seit 1999 betreibt Herbert Grönemeyer ein eigenes Label, Grönland Records, bei dem unter anderem das Frauenduo Boy und der Liedermacher Philipp Poisel unter Vertrag stehen.

Herbert Grönemeyer, der im TV-Straßenfeger “Das Boot” als Leutnant Werner seine wohl populärste Rolle als Mime hatte, war stets eine Ausnahme-Erscheinung. Auch Westernhagen glänzte als Schauspieler (“Theo gegen der Rest der Welt”),doch Gröni blieb stets der sperrige Held des Volkes.

„Häbäät“ sorgte für Gottesdienst-Stimmung

Das zeigte sich nirgendwo besser als im beim besagten Bochum-Konzert, Sommer 1986 im Ruhrstadion, als ich mit Lothar Gorris, dem heutigen Feuilleton-Chef des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, für die damalige Indie-Bibel „Spex“ eine vielseitige Geschichte über das “Phänomen Grönemeyer” recherchierte. An diesem sonnigen Nachmittag wurde einiges an Deutschrock geboten, doch erst als “Häbäät” die Bühne betrat, herrschte Gottesdienst-Stimmung. Seine Musik, die er bis heute mit seiner Band aus Aachen einspielt, entzog sich allen gängigen Schubladen. Kein Hardrock, kein New Wave, und auch kein Schlager.

IM


Wir brauchen „Imagine“ heute mehr, als John Lennon sich das je erträumte

John Lennon schrieb „Imagine“ an einem Vormittag Anfang 1971 in seinem Zimmer im Landsitz Tittenhurst. Yoko Ono sah zu. Lennon saß an dem weißen Flügel, der aus Filmen und von Fotos inzwischen weltbekannt ist, und komponierte „Imagine“ von Anfang bis Ende, in einem Rutsch. Die wehmütige Melodie, das federweiche Akkordmuster, die einprägsame Vier-Noten-Folge und fast den kompletten Text – 22 anmutige, schlichte Songzeilen über den Glauben daran, dass man die Welt verändern und heilen kann, wenn die Menschen feststellen, dass sie dieselben Träume haben. https://www.youtube.com/watch?v=YkgkThdzX-8 „Er hat sicher nicht gedacht: ,Hey, das wird eine Hymne!‘“, sagte Yoko 30 Jahre später.…
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