Horrorfilm-Regisseur Wes Craven ist tot

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Horrorfilm-Regisseur Wes Craven ist tot

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Mit Freddy Krueger schuf Wes Craven vielleicht einen der perfidesten Bösewichte des Horrorfilms, mit „Scream“ verhalf er dem Slasher-Genre auch mittels parodistischer Elemente in den 1990ern zum Comeback im Mainstream-Kino, und sein Debüt, „The Last Hose On The Left“, gehört auch heute noch zu den (in Deutschland immer noch indizierten) dunklen Klassikern des Genres. Nun ist Regisseur Wes Craven im Alter von 76 Jahren in Los Angeles gestorben.

Meister des Slasher-Horrors

Eigentlich wollte der in Cleveland, Ohio, geborene Craven überhaupt keine Karriere im Filmbusiness einschlagen, studierte Philosophie und kreatives Schreiben und arbeitete anschließend als Dozent. Allerdings schien der in einem Baptisten-Haushalt groß gewordene Filmemacher an all den Dingen, von denen ihm im Kindesalter abgeraten wurde (unter anderem wurde ihm auch der Gang ins Kino verboten) Gefallen zu finden – und so begann er 1971 mit „Together“ seinen ersten Film zu produzieren.

Anscheinend reichte ihn bei der Arbeit mit Sean S. Cunningham (der später „Freitag, der 13.“ inszenierte) der Blick über die Schulter des Regisseurs nicht aus, und so ging er mit „The Last House On The Left“ („Das letzte Haus links“, 1972) sein erstes eigenes Projekt an. Der Plot mag denkbar simpel und roh daherkommen – einige junge Männer vergewaltigen zwei Mädchen und werden dann von deren Eltern umgebracht -, doch der von Ingmar Bermans „Die Jungfrauenquelle“ inspirierte Film schockierte mit seinen eindringlichen Bildern nicht nur physischer sondern auch psychischer Gewalt und steht in seiner Komplettfassung in Deutschland nach wie vor auf dem Index.

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Gleichwohl gilt er als einer der Höhepunkte des so genannten Rape-And-Revenge-Films, der sich in den letzten Jahren wieder einiger Beliebtheit im Horror-Genre erfreut.

Mit dem Nachfolger, „The Hills Have Eyes“ („Hügel der blutigen Augen“, 1977), konnte Craven konsequent seine düstere Filmsprache erweitern und zeigte eine Familie, die bei ihrem Urlaub in Kalifornien von unheimlichen Gestalten terrorisiert wird. Mit dem kahlköpfigen Pluto, einer Figur, die allein durch ihre markante äußere Erscheinung in Erinnerung bleibt, erfand der Amerikaner zum ersten Mal einen Typus, der sich aus dem Bildreservoir des Horror-Kinos nicht mehr wegdenken lässt. Es sollte nicht sein letzter bleiben.

„Nightmare“ bedeutete den Durchbruch

Schlagartig berühmt wurde Craven mit dem Low-Budget-Geniestreich „A Nightmare On Elm Street („Nightmare – Mörderische Träume“, 1984), das mit clever kalkuliertem Grauen, einer erschreckend faszinierenden Hauptfigur und einem erschütternden Ende für Furore sorgte. Auch dieser Film musste wegen mehrerer Szenen roher Gewalt zunächst in der BRD indiziert werden, später aber wurden die beanstandeten Szenen wieder integriert. Außerdem feierte Johnny Depp seine ersten Momente vor der Kamera in dem Horror-Streifen.

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Mit „Nightmare“ begründete der Regisseur auch seinen Ruf, mit geringem finanziellen aufwand große Kassenerfolge hervorzubringen. Wenngleich dies cineastisch oft zu eher unausgegorenen Ergebnissen führte (wie „Das Ding aus dem Sumpf“, 1982, einer etwas ungelenken Adaption eines DC-Comics) und oftmals die triviale Darstellung von Schock-Effekten über einen aussagekräftigen Plot triumphieren ließ, gelang Craven mit „Scream“ (1996) noch einmal ein großer Wurf, der zu zahlreichen Fortsetzungen und einer Renaissance des Teenie-Horrorfilms mit zahlreichen mal mehr, mal weniger originellen Nachahmern führte.

„Scream“ spielte insgesamt das 17-fache seines Budgets ein. Nach Freddy Krueger konnte der Filmemacher mit dem gesichtslosen und zuweilen etwas unbeholfen wirkenden Mörder, der sich hinter einer Maske verbirgt, einen weitere ikonischen Bösewicht des Horrorfilms etablieren. Auch heute noch erfreut sich die Gesichtsbedeckung als Accessoire bei Halloween-Partys großer Beliebtheit.

Craven starb am Sonntag (30. August) an den Folgen eines Hirntumors in seinem Haus in Los Angeles und hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

 

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