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„Ich verachte das Format der CD.“ Van Dyke Parks‘ mit 7″-Vinyl-Reihe


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Der Komponist, Arrangeur und Dandy Van Dyke Parks legt auf seinem Label Bananastan ein neues Vinyl-Projekt auf und wird in den kommenden Wochen insgesamt sechs 7″-Singles veröffentlichen. Die erste Single „Dreaming Of Paris“ soll am 16. Mai erscheinen. Ein Journalist habe bei seiner letztjährigen Tour die Dreistigkeit besessen, ihn nach seinen jüngsten Leistungen zu fragen, erzählte Parks dem Magazin Mojo: „Es war, als würde man von Moses noch ein 11. Gebot erwarten“. Danach habe er sich entschieden, neue Songs aufzunehmen.

Doch warum Vinyl-Singles? „Ich habe gerade kein kohärentes, ganzes Album in mir“, so Parks, „und ich verachte das Format der CD. Es ist hässlich und unmöglich im Regal zu sortieren. Es ist, wie Ry Cooder sagt: ‚Die Dinger nehmen einfach zu viel Platz weg‘. Vinyl-Singles kombinieren als 45-RPM-Pressung ein Minimum an Fläche mit der höchstmöglichen Klangtreue. Es ist das schärfste Foto eines akustischen Objekts, das man nur schießen kann.“ Gleichwohl werden die Songs auch als Downloads bei iTunes und Co. zugänglich sein, so Parks. Dies sei für ihn eine der größten Entscheidungen seiner Karriere gewesen. 

Die Cover der sechs Singles hat der 68-Jährige von verschiedenen Künstlern gestalten lassen, darunter mit Frank Holmes auch den Illustrator des Artwork-Entwurfs der „Smile“-Sessions von Brian Wilson und Co-Autor Parks aus dem Jahr 1966. Die lange verschollene Beach Boys-Version wird im Herbst von Capitol Records veröffentlicht. „Ich wünschte, diese Songs würden nicht so gerühmt. Dieser Kult stand ihnen immer im Weg. Ansonsten gibt es an den Songs nichts auszusetzen“, so Parks gegenüber Mojo.


Ray Charles war der Architekt des Rock'n'Roll

Jerry Wexler - Produzent, Atlantic Records Als ich Ray Charles das erste Mal begegnete, bereitete er gerade eine Session mit Ahmet Ertegun im Atlantic Studio vor. Es war eine Probe: Ahmet brachte Ray "Mess Around" bei, einen Song, den er, Ahmet, geschrieben hatte. Aber erstaunlicherweise sang Ray auch Countrysongs wie etwa "Missouri Waltz" - und legte anschließend das ausgefuchsteste Bebop-Piano hin, das man sich vorstellen kann. Seine definitive Session für Atlantic war 1954 in Atlanta, die erste mit seiner eigenen Band. Davor hatten wir auf die übliche Studioart aufgenommen: Er kam hin, wir sprachen die Songs durch, ein Arrangeur war…
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