Indiana Jones und 007: Der britische Stuntman Terry Richards ist tot


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Jeder, der auch nur einmal „Indiana Jones“ gesehen hat, wird sich an diese Szene erinnern: Im ersten Teil der Filmreihe, „Jäger des verlorenen Schatzes“, trifft der von Harrison Ford gespielte Indiana Jones in Kairo auf einen Schwertkämpfer, der wie wild mit seinem Säbel herumfuchtelt. Das kann dem kampferprobten Archäologieprofessor wenig imponieren, er zückt etwas müde und gelangweilt die Pistole und erschießt den Widersacher kurzerhand.

Der Name des Säbelkämpfers ist Terry Richards – und der gelernte Stuntman ist nun im Alter von 81 Jahren gestorben. Er hat in mehr als 100 Spielfilmen mitgewirkt, unter anderem in so bekannten Werken wie Star Wars und insgesamt neun James-Bond-Filmen. Mr. Richards erlebte dabei vier verschiedene Verkörperungen von 007 mit, bis er dann 1999 in wohlverdiente Rente ging. In seiner Karriere doubelte er Schauspielergrößen wie Donald Sutherland, Tom Selleck und Christopher Lee, wenn ihnen manche Aktion zu brenzlig war (oder die Filmversicherung etwas dagegen hatte) und zog gegen Luke Skywalker und Rambo in den Krieg. Wer kann das schon von sich behaupten?

„Er war ein großartiger Mensch, ein fantastischer Geschichtenerzähler, sehr charmant, wirklich witzig und darüberhinaus wahnsinnig geliebt und geschätzt in der Filmindustrie“, verriet seine Familie über den 1932 als David Terence Richards in London geborenen Filmkünstler. Richards hatte seinen ersten Filmeinsatz im Jahr 1957, wo er sich für für einige wenige Kampfszenen, in denen er den zu Boden Geschlagenen mimte, ein paar Pfund dazuverdienen durfte. Anscheinend konnte er mit seinen Fähigkeiten überzeugen; er arbeitete bald mit Schauspielern wie Kirk Douglas (The Vikings, 1958) zusammen und wurde zum Gründungsmitglied des Stunt Register im Jahr 1960.

Den wohl bekanntesten Auftritt seines Lebens hatte Richards übrigens Harrison Ford zu verdanken. Wie der Schauspieler, der sich gerade bei den Dreharbeiten zum neuen Star-Wars-Film verletzt hat, bei einer Retrospektive der Indiana-Jones-Filme verraten hat, war er eigentlich am Drehtag für die Säbel-Kampf-Szene zu krank, mit einer solchen Waffe zu hantieren. Um dem Stuntman doch noch seinen großen Auftritt zu gönnen, entschied er sich, dem Regisseur Steven Spielberg vorzuschlagen, auf das Säbelrasseln mit einem lässigen Schuss aus der Hüfte zu reagieren. Der Rest ist Geschichte.