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„Interstellar“: Christopher Nolan verteidigt lärmenden Soundtrack von Hans Zimmer


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Viele Zuschauer, die in den letzten Tagen „Interstellar“ im Kino sahen, beschwerten sich in Internetforen nicht nur über physikalische Ungereimtheiten, sondern auch über den teilweise unverhältnismäßig lauten Soundtrack im Film, der es des Öfteren sogar unmöglich mache, die Dialoge der Figuren zu verstehen. Diese Kritik war im Zusammenhang mit der Filmmusik von Hans Zimmer – vor allem auch in den letzten Filmen des englischen Star-Regisseurs („The Dark Knight Rises“, „Inception“) – immer wieder geäußert worden.

Christopher Nolan hat sich jetzt in einem Interview mit dem „Hollywood Reporter“ mit der Kritik am Sound von „Interstellar“ auseinandergesetzt und bestätigt, dass es sich nicht um eine mangelhafte Abmischung oder gar um Probleme bei den Soundanlagen in den Kinos handeln würde.

„Ich habe immer schon Filme geliebt, die Sound auch auf eine impressionistische Weise einsetzen“, sagte Nolan in dem Interview. „Ich weiß, dass das eine ungewöhnliche Herangehensweise für einen Hollywood-Blockbuster ist, aber ich empfinde es als vollkommen richtig für einen solch experimentellen Film.“

Nolan machte auch klar, dass er nicht daran glaubt, allein über die Dialoge Logik und Klarheit zu vermitteln; für diesen Prozess seien ihm Bilder und vor allem auch Klänge genauso wichtig: „Viele Regisseure, die ich sehr verehre, setzen Sounds auf abenteuerliche und unglaublich schöne Weise ein.“ Für ihn sei der Filmsound im Fall von „Interstellar“ genau richtig abgemischt. Gleichzeitig besuche er laut eigener Aussage mehrere Lichtspielhäuser, um dort auch auf verschiedenen Plätzen zu beobachten, wie die Bilder und der Sound wirken.

Der besondere Klang von „Interstellar“ sei zudem eine geschlossene Zusammenarbeit zwischen Filmkomponist Hans Zimmer, Re-Recording-Mixer Garry Rizzo, Gregg Landaker und Sound Designer Richard King, wie der 44-Jährige bestätigte. Kritiker bezogen sich stets auf die Leistung Zimmers, wenn sie den Sound in Nolans Filmen kritisierten.

Als Beispiel für den Soundmix nannte der Filmemacher die Szene, in der Matthew McConaughey mit seinem Auto durch ein Maisfeld fährt. Dabei sieht man die Fahrt aus einer Point-of-View-Perspektive und hört auf schmerzlich laute Art und Weise, wie das Feld von dem Gefährt durchpflügt wird. „Es ist wirklich wahnsinnig laut und deswegen auch erschreckend. Ich wollte dem Publikum die Möglichkeit geben, das chaotische Gefühl, das mit einer solchen Aktion einhergeht, über den Sound zu übertragen“, sagte Nolan. Zudem deute hier der Klang des Autos bereits das spätere Röhren des Raumschiffs an, das von der von McConaughey gespielten Figur Cooper gesteuert würde.



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