Interview-Fälschung? Ennio Morricone kündigt Klage gegen deutschen „Playboy“ an


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Ennio Morricone, einer der berühmtesten Komponisten der Kino-Geschichte, pflegt mit einigen Filmemachern eine enge Zusammenarbeit – unter ihnen etwa der preisgekrönte Regisseur Quentin Tarantino.

Doch in einem Interview mit dem deutschen „Playboy“ soll der Italiener gnadenlose Worte gegenüber dem Regisseur gefunden haben. In einem Statement aber gab der 90jährige nun bekannt, dass er sich nicht abfällig zu Tarantino äußerte. Im Gegenteil, er schätze ihn über alle Maßen.

In einem Auszug aus dem Gespräch, das der „Playboy“ bereits im vorab online veröffentlichte, erklärte der Musiker Tarantinos Werke als „Müll“ und Tarantino selbst als „Kretin“. Er würde nicht mehr mit dem Filmemacher zusammenarbeiten wollen, er klaue schließlich nur bei anderen Regisseuren – „Tarantino kann mich mal“, ließ er verheißen.

Des Weiteren wird Morricone so zitiert: Die Oscar-Verleihung sei eine „Peinlichkeit“ und die Academy selbst bestünde aus „aufgeblasenen Wichtigtuern“. Für die musikalische Untermalung zu „The Hateful Eight“ gewann Morricone im Jahr 2016 einen Academy Award, bereits 2007 erhielt er einen Oscar für sein Lebenswerk.

Schon am Sonntagabend (10. November) veröffentlichte Morricone eine Mitteilung, in der es heißt, dass er 90-Jährige dem Magazin kein Interview gegeben und sich demnach nie negativ zu Tarantino geäußert hätte.

Eine Stellungnahme des „Playboy“-Verlags Burda zur angeblichen Interviewfälschung blieb bis zum Montagnachmittag aus.

Ennio Morricone auf Facebook:

„Seine Filme sind sicherlich kein Müll“

Weiterhin kündigte der Komponist rechtliche Schritte gegenüber dem Magazin an. „Ich habe meinem Anwalt in Italien ein Mandat erteilt, sodass er ein zivil- und strafrechtliches Verfahren einleitet“, schrieb der Dirigent.

Morricone beteuerte, dass er Tarantino sehr schätze und der Zusammenarbeit in „The Hateful Eight“ seinen Oscargewinn anrechnet. Bei einer Pressekonferenz in London er vor Tarantino erklärt, dass er ihn für einen der besten Regisseure der Gegenwart halte und „niemals schlecht von der Academy reden würde“.