Freiwillige Filmkontrolle


J.K. Rowlings geniale Twitter-Antworten auf Trump-Fans: „Euer Geld habe ich trotzdem“


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Nachdem Donald Trump vorige Woche am 27. Januar ein Dekret erließ, welches Bürgern aus sieben verschiedenen Staaten für mindestens 90 Tage die Einreise in die USA verbietet, zeigt sich die Welt schockiert, bestürzt und verständnislos. Auf Twitter kursiert der Hashtag #trumpregrets, unter dem (angebliche) Trump-Wähler ausdrücken können, weshalb sie ihr Kreuzchen nun bereuen.

Kein Trump-Fan

Unzählige Prominente aus den Bereichen Musik, Film und Kultur gehen auf die Barrikaden und protestieren auf vielfältige Weise. Auch „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling macht keinen Hehl daraus, dass sie die neueste Amtshandlung des amtierenden US-Präsidenten alles andere als gutheißt. So setzte sie am vergangenen Wochenende mehrere Tweets ab, in denen sie sich über das Kabinett rund um Donald Trump ausließ – ein Vergleich mit einer Diktatur gehörte noch zu den harmloseren Vorwürfen.

Bücherverbrennung wiederholen?

Naturgemäß wirkten diese Posts wie ein Lockruf auf all die Anhänger des Immobilien-Moguls: Einige schrieben, man sollte die Bücherverbrennung von „Harry Potter“-Exemplaren noch einmal aufleben lassen, die Ende der Neunziger und Anfang der Nuller-Jahre stattfand. Damals wurden in New Mexico neben Büchern der Reihe auch Ouija-Boards, AC/DC-Platten und Werke von Stephen King in einem großen Lagerfeuer verbrannt, weil fanatische Christen sie für „das Werk des Teufels“ hielten.

Mitleid mit Hohlköpfen

Eine jungeFrau  schrieb beispielsweise auf Twitter: „Ich habe gerade alle meine „Harry Potter“-Bücher verbrannt, nachdem ich 17 Jahre lang Fan war. „Der Stein der Weisen“ war eines der ersten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es macht mich traurig, dass das so enden muss. Sie beschämen mich, Sie widern mich an, ich werde nie mehr wieder eine Ihrer Arbeiten lesen“, richtet die Verfasserin an J.K. Rowling. Deren Antwort darauf klingt traurig, allerdings nicht wegen der Beleidigungen – vielmehr scheint sie Mitleid mit der Posterin zu haben: „Ich schätze, es stimmt was man sagt: Man kann ein Mädchen zwar an Bücher zum Aufstieg und Fall eines Autokraten heranführen – aber man kann sie nicht zwingen, nachzudenken.“

„Leih‘ dir mein Feuerzeug aus“

Ein anderer ehemaliger Fan möchte die Rowling-Relikte, die in seinem Besitz sind, ebenfalls loswerden und schreibt: „Ich bin froh, dass ich den Artikel [über Rowlings politische Einstellung] gelesen habe. Jetzt werde ich all Ihre Bücher und auch die Filme verbrennen.“ Die britische Schriftstellerin lässt sich auch hiervon nicht beeindrucken und antwortet lässig: „Naja, die Dämpfe einer DVD könnten giftig sein, und dein Geld habe ich ja trotzdem… Bitte leih‘ dir mein Feuerzeug aus.“

Mr. America und seine Frösche

Offensichtlich fühlten sich wahnsinnig viele Menschen dazu berufen, Stellung zu Rowlings politischen Ansichten zu beziehen, anders lassen sich die vielen, an ihre Adresse gerichteten Posts – manche negativer, extrem viele allerdings auch positiver Natur – nicht erklären. Ein gewisser User namens „Mr. America“ wirft der Autorin vor, sie habe keine Ahnung von Politik; dabei hat er nicht die geringste Ahnung von „Harry Potter“ – ist ja mindestens genauso schlimm! Er tweetete: „Sie sind eine erwachsene Frau, deren gesamte Karriere auf Geschichten basiert, in denen ein Nerd Menschen in Frösche verwandelt. Halten Sie sich aus der Politik raus.“

Welche Frösche?!

Nicht nur, dass die Britin zur Antwort ein Sprechtraining bietet, indem sie schreibt: „In – Free – Countries – Anyone – Can – Talk – About – Politics. Versuchen Sie, die Silben laut auszusprechen oder bitten Sie eine Person, die flüssig lesen kann, um Hilfe.“ Wenige Minuten später bedankt sie sich bei ihren Fans, die ihr den Rücken stärken: „Ich liebe euch. Die Hälfte meiner Timeline besteht nun aus Leuten, die anmerken, dass Harry Potter niemals jemanden in einen Frosch verwandelt hat und dass Hermione der Nerd war.“


Nach dem Sturm auf das Kapitol: Stellt Trump vor Gericht

Im Sommer des vergangenen Jahres nutzte Donald Trump einen Song von Neil Young für seinen Wahlkampf. „Rockin‘ In The Free World“ schien ein faustballender Slogan, wie gemacht für seine Kampagne. Und natürlich ein Missverständnis. Neil Young legte bei einem New Yorker Gericht Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung ein (und zog sie zurück, als Trump abgewählt war). Der Song kann nichts dafür, dass sich Trump-Fanatics von ihm angesprochen fühlen. Dass sie sich in der Zeile „There’s a lot of people sayin‘ we’d better off dead/ Don’t feel like Satan, but I am to them“ erkennen, dass die Beschreibung sozialer Missstände auch ihre Wahrnehmung…
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