Mann bekennt sich schuldig: Rolle im Mord an Run-D.M.C.s Jam Master Jay
Jay Bryant, 52, gab zu, eine Hintertür zu Jam Master Jays Studio geöffnet zu haben, damit zwei Verdächtige den DJ überrumpeln konnten.
Ein Mann, der wegen des Mordes an Run-D.M.C.s Jam Master Jay im Jahr 2002 angeklagt worden war, hat sich für seine Beteiligung an dem Anschlag auf den Hip-Hop-Pionier schuldig bekannt.
Jay Bryant, 52, änderte sein Plädoyer in einem Bundesstrafverfahren am Montag, dem 27. April, vor dem Bundesgericht in Brooklyn, wie die „Associated Press“ berichtet. Er war ursprünglich im Mai 2023 angeklagt worden und hatte sich zunächst nicht schuldig bekannt. Sein Prozess sollte am 4. Mai beginnen, doch ein Bericht von Anfang des Monats deutete bereits darauf hin, dass Bryant erwäge, sein Plädoyer zu ändern.
Bryant war der dritte Mann, der im Zusammenhang mit Jam Master Jays Tod angeklagt wurde. Der DJ, der mit bürgerlichem Namen Jason William Mizell hieß, wurde im Oktober 2002 infolge eines gescheiterten Drogendeals in seinem Aufnahmestudio in Queens erschossen. Er war 37 Jahre alt.
Bekenntnis vor Gericht
„Ich wusste, dass eine Waffe eingesetzt werden würde, um Jason Mizell zu erschießen“, sagte Bryant vor dem Richter. „Mir war bewusst, dass das, was ich tat, falsch und eine Straftat war.“
2024 befand eine Jury Ronald Washington und Karl Jordan Jr. – Mizells Patensohn – des Mordes für schuldig. Doch ein Richter hob Jordans Verurteilung im vergangenen Jahr auf, nachdem er feststellte, dass die Staatsanwaltschaft kein eindeutiges Motiv für Jordan nachweisen konnte. Auch Washington fechtet seine Verurteilung an.
Bryant gestand, sich unbemerkt in das Gebäude geschlichen und eine Hintertür geöffnet zu haben, damit die Täter Mizell überrumpeln konnten. Die Namen der anderen mutmaßlich an dem Anschlag beteiligten Personen nannte er dabei nicht.
DNA auf zurückgelassener Mütze
Ein Anwalt von Bryant lehnte eine Stellungnahme ab. ROLLING STONE hat das US-Justizministerium um einen Kommentar gebeten.
Bryants Beteiligung an Mizells Tod wurde aufgedeckt, nachdem seine DNA auf einer Mütze gefunden worden war, die am Tatort zurückgelassen worden war. Seine Rolle beim Anschlag kam auch während des Prozesses gegen Washington und Jordan zur Sprache: Eine Frau namens Tana Davis gab an, Bryant am Tatort gesehen zu haben. Sie habe einen Mann beobachtet, auf den die Beschreibung gepasst habe, wie er das Gebäude durchquerte – und kurz darauf Schüsse aus dem Studio gehört.
Wie weit Bryants tatsächliche Beteiligung an Mizells Ermordung reichte, blieb lange unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, Washington habe die Studiotür blockiert, Jordan sei der Schütze gewesen und Bryant habe den Männern Zugang zum Gebäude verschafft.
Bryants Onkel Raymond Bryant sagte jedoch während des Strafprozesses gegen die anderen Angeklagten aus, sein Neffe habe ihm gegenüber gestanden, der Schütze gewesen zu sein. „Er sagte, er habe es getan“, so Raymond. Auch die Verteidiger von Washington und Jordan behaupteten, Bryant sei der eigentliche Schütze gewesen.
Ikone des frühen Hip-Hop
Jam Master Jay war Gründungsmitglied der einflussreichen Gruppe Run-D.M.C., gemeinsam mit Joseph Simmons und Darryl McDaniels. Mit Hits wie „It’s Tricky“, „Walk This Way“ und „My Adidas“ prägten die drei den Sound und das Erscheinungsbild des Hip-Hop und Rap in den Achtzigern nachhaltig.
„Das Herzstück von Run-D.M.C. war Jam Master Jay“, sagte Public Enemys Chuck D 2024 gegenüber ROLLING STONE. „Er hat alles zusammengehalten: den Look, die Haltung, die Straßenweisheit, die Glaubwürdigkeit, die Richtung. Und dann war er eben auch DJ. Als DJ war Jay ein Präzisionist. Er machte keine Fehler. Er war der beste Show-DJ aller Zeiten, weil er das alles quasi orchestriert hat.“