James Blake bittet Ye, seinen „Bully“-Produktionscredit zu streichen

Blake sagte, der „Geist“ seines Beitrags zu „This One Here“ sei im finalen Schnitt nicht mehr vorhanden.

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James Blake hat darum gebeten, seinen Produktionscredit auf Kanye Wests neuem Album „Bully“ streichen zu lassen – allerdings nicht aus den Gründen, die man vermuten würde, wenn jemand heutzutage darum bittet, mit allem Ye-Bezogenen nichts mehr zu tun haben zu wollen.

Blake ist auf „Bullys“ letztem Track „This One Here“ als Mitproduzent gelistet, und an dem Song hat er tatsächlich mitgearbeitet – das bestätigte Blake selbst, als Ye 2022 eine frühere Version des Songs bei einem Nightclub-Event vorstellte. Doch in einer Nachricht auf der Social-Media-Plattform Vault erklärte Blake, der „Geist“ seines Beitrags sei im finalen Schnitt nicht mehr zu spüren.

„Die Art, wie ich seine Vocals gepitcht und den Track aus seinem Freestyle aufgebaut habe, ist teilweise noch da – aber stark durchsetzt mit anderen, neueren Vocal-Takes und so weiter“, schrieb Blake. „Der Geist meiner eigentlichen Produktion fehlt jedoch größtenteils. Meine Originalversion ist vom Charakter her eine völlig andere Produktion.“

Kein Streit, nur Haltung

Blake ergänzte: „Ich freue mich für die Fans, aber ich habe darum gebeten, vorerst aus den Produzenten-Credits herausgenommen zu werden, weil ich keine Lorbeeren für die Arbeit anderer einheimsen will – und diese Version ist nicht das, was ich mit Ye erschaffen habe.“

Der Musiker betonte außerdem, dass es sich um eine künstlerische Entscheidung handle und nicht um eine Reaktion auf die zahllosen Kontroversen, in die Ye sich in den vergangenen Jahren hineingezogen hat – und die er nun offenbar hinter sich lassen will. „Es ist nicht persönlich gemeint“, sagte Blake. „Ich bin einfach an einen Punkt gekommen, an dem ich nicht mehr auf Musik als Urheber stehen will, wenn ich das Endergebnis nicht beeinflussen kann.“

Eine Anfrage von ROLLING STONE an Yes Management blieb zunächst unbeantwortet.

Jahre der Zusammenarbeit

Gerüchte über verschiedene Kooperationen zwischen Blake und West kursieren seit Jahren, konkret herausgekommen ist dabei jedoch kaum etwas. Mitte der 2010er-Jahre überhäuften sich die beiden gegenseitig mit Lob, und es hieß, sie hätten gemeinsam Zeit im Studio verbracht – veröffentlicht wurde aber nichts. Irgendwann sollte West auf Blakes Album „The Color in Anything“ von 2016 zu hören sein, doch ein Vers auf dem Track „Timeless“ kam nie zustande. 2024 tauchte Blake schließlich auf West und Ty Dolla $igns Projekt „Vultures 1“ auf und steuerte die Produktion für den Song „Talking / Once Again“ bei.

Was Ye betrifft: Er hat „Bully“ vergangenen Freitag, den 28. März, endlich veröffentlicht – sein erstes reguläres Soloalbum seit „Donda 2“ aus dem Jahr 2022. Und Blake hat seinerseits gerade ein neues Soloalbum herausgebracht: „Trying Times“.

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil