Schauspiel-Legende Jerry Lewis ist tot

Jerry Lewis ist tot. Der Schauspieler, Entertainer und Regisseur verstarb am Sonntag im Alter von 91 Jahren in seinem Anwesen in Las Vegas, wie das „Las Vegas Review Journal“ vermeldete und seine Agentin bestätigte.

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Mit Dean Martin bildete der Mann aus New Jersey das Comedy-Duo „Martin & Lewis“, er übernahm in den 1950er-Jahren die Rolle des „Funny Kid“ und feierte Welterfolge; als Solo-Komödiant brillierte Lewis dann in Filmen wie „Der verrückte Professor.“

Kooperation

In die Kinogeschichte eingegangen ist auch „Der Tag, an dem der Clown weinte“, ein Drama um einen Clown, der zur Nazi-Zeit festgenommen und in ein Konzentrationslager verschleppt wird. Lewis, Sohn von aus Russland nach Amerika emigirierten Juden, führte 1970 selbst Regie – veröffentlichte das ihm nach eigenem Bekunden wichtigste, aber missratenste Werk jedoch nie. Erst 2016 bestätigte Lewis in der Doku „The Clown“, dass das Drama auf alle Zeiten unter Verschluss bleiben solle.

Jerry Lewis spielte sich auch selbst

Martin Scorsese besetzte Jerry Lewis für seine Mediensatire „The King Of Comedy“ 1983 als Celebrity, der auf der Bühne ein Meister der Komik und im Privaten ein Tyrann ist – Lewis war ein Genie in seinem Fach, galt privat aber als schwierig. Davon zeugte auch ein im vergangenen Jahr viral viel beachtetes, weil missglücktes Interview, bei dem Lewis den Reporter zerlegt ohne dabei viel sagen zu müssen.

Seine letzte Filmrolle spielte Lewis im Thriller „The Trust“ von 2016, er verkörperte darin den Vater eines korrupten Polizisten (gespielt von Nicolas Cage). Für „Boeing Boeing“ wurde er 1966 für einen Golden Globe nominiert, 2005 erhielt er die „Goldene Kamera“ für sein Lebenswerk und 2009 einen Ehren-Oscar für seine humanitäre Arbeit – seit 1966 sammelte er Millarden Dollar an Spenden für Kranke und Obdachlose.

Die Toten 2017:


Zum Tod von Meisterregisseur Nicolas Roeg: Im Sog der Leidenschaften

Nicolas Roeg war immer ein Außenseiter des Kinos geblieben. Fast könnte man sagen, dass er diesen Platz ganz bewusst verteidigt hatte vor den (allerdings spärlichen) Versuchen, ihn zum Klassiker des experimentellen Kinos zu erheben. In fast allen seinen Filmen porträtierte er ganz buchstäblich Außerirdische, Verstoßene, dem Höllensumpf der Gesellschaft entflohene Sonderlinge, die dem Ruf der Wildnis auf Gedeih und Verderb verfallen sind und zwanghaft nach ihrer Identität suchen. Natürlich kennt die ganze Welt „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), der im englischen Original so wundervoll wie weltabgewandt „Don’t Look Now“ heißt. Eine inzwischen kultisch verehrte und gespenstische Meditation über den…
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