Kampf mit Dämonen: Psychedelic-Rock-Pionier Roky Erickson ist tot

Roky Erickson ist am 31. Mai gestorben, wie sein Agent und sein Bruder bestätigten. Sie schwiegen allerdings zur Todesursache. Viele Musiker und Kollegen äußerten sich bestürzt über die Meldung. Der Sänger und Mitbegründer der 13th Floor Elevators wurde 71 Jahre alt.

Berühmt wurde Erickson in den 1960er-Jahren als Sänger und Gitarrist der 13th Floor Elevators. Unter Einfluss von LSD und Jug modifizierte die US-Band, die von 1965 bis 1969 spielte, den Rhythm & Blues und verhalf dem Psychedelic Rock neben Bands wie den Charlatans mit zur Blüte.

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Ericksons Leben kannte einige Höhen, aber noch viel mehr Tiefen. Exzessiver Drogenkonsum und Psychiatrie-Aufenthalte (Erickson litt an Schizophrenie) sorgten dafür, dass er sich zeitweise komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog. In der Klinik durfte er zwar weiter Musik machen, kämpfte aber  mit gewalttätigen Insassen und dem Einsatz von Psychopharmaka und Elektroschocks.

You’re Gonna Miss Me – Doku über Roky Erickson

Nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie Anfang der 70er gründete Erickson 1975 die Band Bleib Alien, die sich später in Roky Erickson and the Aliens umbenannte. An die Erfolge der 60er konnte er allerdings nicht mehr anschließen. Sein psychischer Zustand verschlechterte sich zudem erneut. Berichte aus den 90ern zeichnen einen verwahrlosten  Zustand, der in dem Dokumentarfilm „You’re Gonna Miss Me“ (2005) verewigt wurde.

Zugleich ist hier aber auch zu sehen, wie der Musiker sich langsam seinen Weg zurück ins Leben bahnt. Mitte der Nullerjahre stand Roky Erickson dann auch wieder auf der Bühne und veröffentlichte 2010 sein erstaunliches Comeback-Album „True Love Cast Out All Evil“ (zusammen mit Okkervil River).

Sogar eine Wiedervereinigung der 13th Floor Elevators nach mehreren Jahrzehnten Pausen wurde 2015 möglich. Roky Erickson stand zuletzt am 20. April 2019 auf einer Bühne in San Francisco.


Die besten Songs aller Zeiten: The Beach Boys – „Good Vibrations“

„Es machte mir Angst, dieses Wort vibrations“, sagte Brian Wilson einmal. Die Mutter hatte Klein-Brian erklärt, wieso Hunde manche Leute anbellen und andere nicht. „Hunde spüren die Schwingungen, die man nicht sehen oder hören kann. Und zwischen Menschen passiert das genauso.“ „Good Vibrations“, Wilsons krönendes Werk als Songwriter und Produzent, machte sich diese Energie zunutze – und verwandelte sie in ewigen Sonnenschein. „Es ist ein spiritueller Song“, sagte er nach der Veröffentlichung, „und er soll good vibrations aussenden.“ Allerdings hatte der damals 24-Jährige auch egoistischere Motive: „Ich sagte mir: ,Der Song wird besser werden als ,You've Lost That Lovin' Feeling‘.“…
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