Kanye West wegen „feigem“ Restaurantangriff verklagt: „Kein Fall von Personenverwechslung“
„Ohne Vorwarnung schlug der Beklagte den Kläger ins Gesicht“, heißt es in der neuen Klage gegen Kanye West.
Kanye West wird in einer neuen Klage beschuldigt, vor zwei Jahren in einem Lokal in Los Angeles einem Mann hinterrücks ins Gesicht geschlagen und ihn anschließend weiter traktiert zu haben, während dieser bewusstlos auf dem Betonboden lag.
Der Kläger, der aus „glaubwürdigen Sicherheitsbedenken“ und zur Vermeidung von „weiterem Reputationsschaden“ unter dem Pseudonym John Doe klagt, gibt an, er habe mit seinem Bruder im Außenbereich des privaten Lokals gesessen, als West, heute als Ye bekannt, ihn gegen 23 Uhr am 16. April 2024 unvermittelt niederschlug.
„Ohne Vorwarnung schlug der Beklagte den Kläger ins Gesicht. Der Schlag warf den Kläger zu Boden, wo er mit dem Kopf aufschlug und das Bewusstsein verlor“, heißt es in der am Montag in Los Angeles eingereichten und ROLLING STONE vorliegenden Klageschrift. „Der Beklagte schlug dann wiederholt auf den Kläger ein, während dieser bewusstlos auf dem Boden lag, mit der Absicht, körperlichen Schaden anzurichten.“
Angriff und Flucht
Die Klage bezeichnet den „feigen Angriff“ als „schockierend, körperlich schädlich und anstößig“. Der Mann wirft Ye vor, mit Vorsatz gehandelt zu haben – er habe ihn geschlagen, während er noch ohnmächtig war, und sei dann „unter den Schutz seines Sicherheitsteams geflüchtet und habe den Kläger verletzt und bewusstlos auf dem Betonboden zurückgelassen“. Anschließend habe er medizinische Behandlung benötigt.
Die Klageschrift deutet eine vorherige Interaktion mit einer Frau aus Yes Entourage an, ohne jedoch Details zu nennen. Sie betont ausdrücklich, dass weder der Kläger noch sein Bruder irgendetwas getan hätten, das die angebliche Gewalt hätte auslösen können.
„Der Kläger hat keinerlei Anlass dazu gegeben“, heißt es in der Klageschrift. „Der Bruder des Klägers hat gegenüber keiner Frau in der Begleitung des Beklagten an jenem Abend oder zu irgendeinem anderen Zeitpunkt ein anstößiges oder unangemessenes Verhalten gezeigt. Dies ist kein Fall von Personenverwechslung, bei dem der Beklagte den falschen Bruder angegriffen hätte. Keiner der beiden Brüder hat sich zu irgendeinem Zeitpunkt etwas zuschulden kommen lassen.“
Lügen im Podcast verbreitet
In den Tagen nach dem Vorfall habe Ye den Kläger laut Klage „fälschlicherweise“ unangemessenen Verhaltens gegenüber der Frau beschuldigt und diese „Lügen dann in einem weitverbreiteten Podcast wiederholt und ausgeschmückt“, was „öffentliche Verachtung, Misstrauen und Häme“ ausgelöst habe.
Die Klage gibt an, Beweise – „darunter Videoaufnahmen vom Tatort“ – belegten, dass der Kläger „kein unangemessenes oder anstößiges Verhalten gegenüber einer Frau in der Begleitung des Beklagten oder gegenüber irgendjemand anderem“ gezeigt habe. Die Verbreitung der „Unwahrheiten, die mit rücksichtsloser Missachtung der verheerenden Folgen für das persönliche, berufliche und emotionale Wohlbefinden des Klägers erfolgte“, stelle „extremes und ungeheuerliches Verhalten dar, das jegliche in einer zivilisierten Gesellschaft tolerierten Grenzen des Anstands überschreitet“.
Die Anwälte des John Doe sowie Yes Sprecher Milo Yiannopoulos reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Ye: Konzerte und Kontroversen
Anfang dieses Monats gab Ye, 48, zwei Comeback-Konzerte im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien – seine ersten Arena-Shows in den USA seit fünf Jahren. Im Januar hatte er eine ganzseitige Anzeige im „Wall Street Journal“ geschaltet, in der er sich für antisemitische Äußerungen entschuldigte. Im vergangenen Monat sprach ein Geschworenengericht in Los Angeles einem Mann 140.000 Dollar Schadensersatz für Verletzungen zu, die er sich beim Entkernen von Yes 57 Millionen Dollar teurem Strandhaus in Malibu zugezogen hatte – einem Entwurf des Pritzker-Preisträgers und japanischen Architekten Tadao Ando. Nachdem das Haus seiner Rohrleitungen, Toiletten, Armaturen, Schränke, Elektroinstallationen, eines Betonkamins und zweier maßgefertigter Schornsteine beraubt worden war, verkaufte Ye das Anwesen im September 2024 für 21 Millionen Dollar – ein herber Verlust.