„Kein guter Witz“: Kid Rock schlägt nach Oscars-Spott zurück

Conan O'Brien trieb Kid Rock auf der Oscar-Bühne durch den Kakao. Jetzt meldet sich der Rocker auf „X" zu Wort – und zieht dabei blank über Medien und Ticketkritik.

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Ein kurzer Moment in der Eröffnungsrede der diesjährigen Oscars sorgte für einen Nachtreter aus der MAGA-Musikszene. Moderator Conan O’Brien nutzte seinen Monolog am Sonntagabend (15. März), um einen Seitenhieb auf Kid Rock und dessen alternative Super-Bowl-Show zu platzieren – und traf damit offenbar einen empfindlichen Nerv.

O’Brien sagte zu Beginn der Verleihung: „Ich sollte euch warnen, heute Abend könnte es politisch werden. Und wenn euch das nicht passt, gibt es eine alternative Oscar-Show, moderiert von Kid Rock – im ‘Dave & Buster’s’ ein paar Blocks die Straße runter. Es gibt noch viele Tickets.“

Der Gag spielte auf Rocks „All-American Halftime Show“ an, die parallel zum offiziellen Super-Bowl-Auftritt stattfand.

Kid Rocks Reaktion

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Einen Tag später meldete sich Kid Rock auf der Plattform „X“ zu Wort und zeigte sich wenig amüsiert. Er schätze zwar grundsätzlich Humor, schrieb er, „selbst wenn ich das Ziel bin – aber das war kein besonders guter Witz“. Er legte nach: „Anstatt die Fakten zu benennen – etwa, dass günstige Plätze für nur 50 Dollar zu haben waren oder wie wir den Wucher der Ticket-Wiederverkäufer unterbinden – verdrehen sie alles für Gags, Klicks und um mich anzugreifen. Nichts Neues!“

Im selben Atemzug nutzte er die Aufmerksamkeit, um seine anstehende „Freedom 250“-Tour zu bewerben, die im Mai und Juni 2026 stattfinden soll.

Reihe von Kontroversen

Der Vorfall reiht sich in eine Serie jüngerer Kontroversen um den Rocker. Erst kürzlich hatte Kid Rock mit Aussagen vor dem US-Kongress zu steigenden Ticketpreisen für Schlagzeilen gesorgt. Kurz darauf wurden für seine eigene Tour exklusive VIP-Tickets für bis zu 5.000 Dollar bekannt. Kritische Berichterstattung darüber kommentierte er mit scharfen Angriffen auf „die Medien“, denen er Verzerrung und politische Voreingenommenheit vorwarf.

Auch seine Beteiligung an der alternativen Super-Bowl-Halbzeitshow, organisiert von der konservativen Organisation „Turning Point USA“, sorgte für negative Reaktionen. Während das Event nach Angaben der Veranstalter mehrere Millionen Streams erreichte, äußerten sich Künstler wie Tom Morello, Zach Bryan und Kacey Musgraves spöttisch über Rocks Auftritt. Zudem kursierten Vorwürfe des Playback-Gesangs, die der Musiker mit der Bemerkung abtat, er habe lediglich „ein wenig neben der Spur“ gesungen.

Kontrast: Bad Bunnys Rekord-Halbzeitshow

Im Kontrast dazu stand die offizielle Halbzeitshow von Bad Bunny, die Allzeit-Rekorde verzeichnete und den Künstler als ersten spanischsprachigen Headliner in der Geschichte des Formats etablierte. Mit über 128 Millionen Zuschauern allein in den USA zählt der Auftritt zu den meistgesehenen Sport-und-Pop-Events aller Zeiten.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.