Sinnloser Plotbrei (?): Kaum einer hat den letzten „Tatort“ von Sibel Kekilli verstanden

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Sinnloser Plotbrei (?): Kaum einer hat den letzten „Tatort“ von Sibel Kekilli verstanden

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„’Borowski und das Fest des Nordens’ ist kein ‚Stück‘ oder ‚Programm‘ oder ‚Format‘, wie sie bei den Sendern gerne sagen. Er ähnelt tatsächlich einem richtigen Film im alten Sinn.“ Mit diesen Worten schickte Dominik Graf den neuen Kiel-„Tatort“ am Sonntag (18. Juni) ins Rennen und bürdete ihm Großes auf. Der Fall „Borowski und das Fest des Nordens“ war nämlich zugleich auch noch der von vielen Fans des Formats mit Spannung erwartete letzte Auftritt von Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt. Vorher war schon klar: Die Ermittlerin wird Abschied feiern.

Doch der aufwühlende Film, in dem ein ehemaliger Familienvater die Nerven verliert und seine Geliebte mit einem Tischbein erschlägt, später sogar noch einen Drogendealer aufschlitzt, schien die meisten Zuschauer nicht nur aufgrund der drastischen Bilder zu überfordern. Zu viel männliche Gewalt, kaum Hoffnung, scharfer Sozialrealismus. Passt alles zusammen, wenn man weiß, dass der schwedische Krimi-Altmeister Henning Mankell noch vor seinem Tod im Jahr 2015 die Grundlage für den Stoff lieferte.

„Der Tatort delivered für mich nicht so ultrakrass“

Im Netz gab es deshalb ziemlich viel Häme. Auf Twitter, wo viele Anhänger der Reihe ab 20.15 Uhr quasi live ihre Meinung zur aktuellen Folge kundtun, schien sich die Meinung festzusetzen, dass die Kritiker wohl doch etwas übertrieben haben bei ihrem Lob.

Vielen Zuschauern schien die Geschichte doch etwas unlogisch und albtraumhaft. Ein User sprach sogar von „kafkaesk“.

Auch der Sozialrealismus der aktuellen Borowski-Episode wurde eher durch den Kakao gezogen.

Passend zu Mankells Einsatz für die Story hat Borowski inzwischen mehr Lust auf Alkohol, um den grässlichen Ermittleralltag zu verdrängen. das fanden die Fans des „Tatort“ dann doch etwas aufgesetzt.

Die Einschaltquoten fielen entsprechend mittelprächtig aus: Nur 6,11 Millionen Zuschauer waren laut dem Brachenmagazin „DWDL“ dabei. Der Marktanteil belief sich – wohl auch wegen des Sommerwetters – auf unterdurchschnittliche 22,2 Prozent.

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