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Highlight: Die 100 größten Musiker aller Zeiten: David Bowie – Essay von Lou Reed

Laurie Anderson: So waren die letzten Stunden von Lou Reed

Die Künstlerin Laurie Anderson, die seit 2008 mit Lou Reed verheiratet war, beschreibt in einem offenen Brief die letzten Stunden ihres Ehemanns. Im bewegenden, in der Lokalzeitung „East Hampton Star“ veröffentlichten Text richtet sich Anderson an die Nachbarn und betont, wie wichtig die Umgebung von Springs in East Hampton, New York für Reeds Leben war:

„An unsere Nachbarn: Was für ein wunderschöner Herbst! Alles schimmernd und golden und voll unglaublich weichem Licht. Und überall Wasser um uns. Lou und ich haben hier eine Menge Zeit verbracht in den letzten Jahren, und auch wenn wir Stadtmenschen sind, ist dies doch unsere spirituelle Heimat. Letzte Woche habe ich Lou versprochen, ihn aus dem Krankenhaus zu holen und heim nach Springs zu bringen. Und das haben wir geschafft! Lou war ein Tai-Chi-Meister und verbrachte hier seine letzten Tage, glücklich und geblendet von der Schönheit und Kraft und Sanftheit der Natur. Er starb Sonntagmorgen beim Betrachten der Bäume, als er nur mit den Musikerhänden die berühmte 21-Form des Tai Chi in der Luft vollführte. Lou war ein Prinz und ein Kämpfer und ich weiß, dass seine Lieder über den Schmerz und die Schönheit der Welt vielen Menschen weiterhin die unglaubliche Freude vermitteln, die er für das Leben empfand. Lang lebe die Schönheit die in uns, durch uns und um uns fließt. „

Laut einem Bericht der „New York Times“ starb Lou Reed am 27. Oktober an einer Leberkrankheit. Dem 71-Jährigen Musiker war Anfang des Jahres in einem Krankenhaus in Cleveland eine neue Leber eingesetzt worden. In dieser Klinik sei Reed bis wenige Tage vor seinem Tod noch behandelt worden.


Mark E. Smith: Poet der spuckenden Wortkaskaden

Es ist schnell gesagt und oft den Toten nachgesagt: Da war einer einzigartig. Mark Edward Smith war es. Und er hätte darüber höhnisch gemeckert und sich ein bisschen geschmeichelt gefühlt. Es ist nämlich nicht so, dass Mark E. Smith, „Sänger der Post-Punk-Band The Fall“, wie es überall heißt, seine Einzigartigkeit nicht bemerkt hätte. Denn Mark E. Smith war kein „Sänger“. Er war ein Beschwerdeführer, ein Poet der spuckenden Wortkaskaden, ein Nuschler und Grantler. Und The Fall waren keine „Post-Punk-Band“, sie waren Mark E. Smiths Rhythmusmaschine. Die steht jetzt still. Und ihr tyrannischer Chef, der große nordenglische Gossendichter und Drei-Akkorde-König, ist…
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