Linda Perry: Green Day schmiss sie als Produzentin wegen Fan-Backlash raus – „Das war so was von beschissen“

Die Singer-Songwriterin nennt Billie Joe Armstrong eine „kleine Pussy“ und behauptet, er habe ihre Anrufe nicht mehr erwidert, nachdem durchgesickert war, dass sie den „American Idiot“-Nachfolger produzieren sollte.

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Ein altes Green-Day-Kapitel ist fast zwei Jahrzehnte später wieder aufgetaucht: Linda Perry hat sich endlich zu dem Gerücht geäußert, sie sei als Produzentin des Nachfolgers zum Blockbuster-Album „American Idiot“ aus dem Jahr 2004 vorgesehen gewesen.

In einem neuen Interview mit dem „NME“ bestätigte Perry, dass sie tatsächlich das Album leiten sollte: Sie räumte ihren Kalender frei und traf sich sogar mit Frontmann Billie Joe Armstrong, um das Projekt zu besprechen. Doch die Band zog sich abrupt zurück, nachdem die Nachricht über ihre Beteiligung durchgesickert war und Green Days Fans aufgebracht reagierten – offenbar wegen Perrys Arbeit mit eher poplastigen Acts.

„Plötzlich bekamen sie Gegenwind von ihren Fans, die sauer waren, dass sie ‚Linda Perry reinholten, die Pink und Christina Aguilera produziert hat’“, sagte Perry. „Und dann haben diese Typen einfach aufgehört, mich anzurufen. Ich hab versucht rauszufinden, was los ist. Niemand hat sich gemeldet. Ich hab sechs Monate eingeplante Arbeit verloren. Das war so was von beschissen – alles nur, weil Billie Joe eine kleine Pussy ist und den ganzen Backlash von seinen Fans nicht ausgehalten hat.“

Courtney Love plauderte aus

Der Ursprung dieses Leaks war bekanntlich Courtney Love, deren Debüt-Soloalbum „America’s Sweetheart“ Perry produziert hatte. In einem BBC-Interview von 2007 behauptete Love, Perry habe „den Green-Day-Job“ dank ihrer gemeinsamen Arbeit bekommen, und witzelte: „Das ist ein Scoop – den hab ich gerade mit meiner großen Klappe rausgehauen.“

Damals schien das Management von Green Day das Gerücht prompt zu dementieren und gab eine Absage an den populären Fan-Blog und das Forum Green Day Authority heraus. Hier im Jahr 2026 reagierte ein Sprecher von Green Day nicht sofort auf die Anfrage des ROLLING STONE.

„Es ist passiert, weil ich eine Frau bin und Popsongs geschrieben habe“, sagte Perry über das Debakel. „Ich war enttäuscht von diesen Typen, und dann war ich wütend auf Courtney, weil wenn sie einfach die Klappe gehalten hätte, hätten wir das Album gemacht, es wäre rausgekommen und hätte für sich selbst gesprochen. Ich hatte eine Vision und wusste, dass ich dieses Album absolut versenken würde.“

Perrys Vision für das Album

Perry gab einen Einblick in diese Vision und verriet, dass sie überrascht war zu erfahren, dass Green Day ihre Alben nicht als Band einspielten, sondern jedes Mitglied einzeln reinkam und seinen Part aufnahm. „Ich schlug vor, dass sie sich im Kreis aufstellen und in die Sixties gehen sollten, und ich stellte eine Playlist zusammen. Love [die Sixties-Rockband] war eine der Inspirationen darauf.“ (Perry merkte an, dass Green Day wenige Jahre später tatsächlich ein Sixties-lastiges Album machten: „Stop Drop and Roll!!!“ von 2008, veröffentlicht als Foxboro Hot Tubs.)

Letztlich bestand Perry darauf, sie sei „damit im Reinen“, wie die Dinge gelaufen seien, nannte den angeblichen Umgang der Band mit ihr aber dennoch „hart und respektlos“. Sie fuhr fort: „Ruf mich einfach an und sag: ‚Hey, wir gehen in eine andere Richtung. Der Backlash gefällt mir nicht.‘ Steh einfach dazu, Mann. Meine Anrufe nicht zu erwidern war so ein Pussy-Move, und ich hab Billie Joe gegenüber viel Respekt verloren.“

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil