Lindsey Graham macht Urlaub in Disney World, während Reisende im Shutdown-Chaos feststecken
Kongressmitglieder haben Washington für ihre Frühjahrspause verlassen – während der Shutdown Flughäfen im ganzen Land lahmlegt.
Lindsey Graham verbrachte das Wochenende am magischsten Ort der Welt: in Disney World. Der republikanische Senator aus South Carolina speiste im Park und schlenderte mit einem Seifenblasen-Zauberstab durch die Gegend – das belegen Fotos, die TMZ vorliegen. Während Graham seine Märchenfantasien im Magic Kingdom auslebte, standen Tausende Reisende quer durchs Land in alptraumhaft langen Schlangen an großen Flughäfen, und die Regierung befindet sich noch immer im teilweisen Shutdown.
Graham hat auf die Online-Kritik an seinem Urlaub nicht direkt reagiert, schrieb aber am Montag in den sozialen Medien, es sei „Zeit für eine 60-tägige Continuing Resolution, um an einem neuen Deal zu arbeiten“, und warf den Demokraten, der Minderheitspartei, vor, „ein gefährliches Spiel mit unserer Heimatlandsicherheit zu spielen.“ Gefährlich genug, um das Kapitol zu verlassen, war es offenbar trotzdem nicht.
Letzte Woche hatte das Repräsentantenhaus einen vom Senat vorgeschlagenen Deal abgelehnt, der die Finanzierung der Transportation Security Administration freigeschaltet hätte. Die Gehaltsschecks der TSA-Beamten wurden infolge des Kongressstreits über zusätzliche Mittel für ICE und den Customs and Border Patrol seit über einem Monat einbehalten. Der Teilshutdown hat dazu geführt, dass Hunderte TSA-Mitarbeiter gekündigt haben oder der Arbeit fernbleiben, weil sie anderweitig Geld verdienen müssen. Die Trump-Administration hat begonnen, einen Teil der ausstehenden Zahlungen aus bestehenden DHS-Finanzierungstöpfen zu begleichen – seit Montag erhalten Beschäftigte erste Gehaltsschecks, doch eine dauerhafte Finanzierungslösung ist weiterhin nicht in Sicht.
Kongress auf Frühjahrspause
Inmitten des Chaos an den Flughäfen und dem wachsenden Iran-Schlamassel des Präsidenten hielt der Kongress es dennoch für eine gute Idee, Washington zu verlassen und für zwei Wochen in die Frühjahrspause zu fahren. Graham wurde in Disney gelichtet, Rep. Robert Garcia (D-Calif.) wurde in einem Casino in Las Vegas fotografiert – nach eigenen Angaben beim Mittagessen mit seinem Vater. Senate Majority Leader John Thune (R-S.C.) und Senator Ted Cruz wurden beide am Freitag am Reagan-Flughafen in Washington erwischt, als sie die Stadt verließen.
Mehrere der Kongressmitglieder, denen die Kameras auf den Fersen waren, wurden von TMZ enttarnt. Das Portal hatte öffentlich dazu aufgerufen, Fotos und Videos von Parlamentariern einzuschicken, die ihren freien Tag mitten im Shutdown genießen.
„Wenn jemand mit seiner Familie für die Frühjahrspause nach Disney World fährt, an einen Strand oder sonst irgendwo in den Urlaub – und dabei eines der 535 Kongressmitglieder sieht: Macht ein Foto und schickt es uns“, sagte TMZ-Gründer und Chefredakteur Harvey Levin in einem auf Social Media geposteten Video. „Wir wollen zeigen, was sie auf eure Kosten treiben.“
Weißes Haus fordert Rückkehr
Selbst das Weiße Haus weiß, dass die Gesetzgeber langsam liefern müssen. Am Montag erklärte White House Press Secretary Karoline Leavitt den Reportern in ihrem täglichen Briefing, Trump „ermutige den Kongress, nach Washington zurückzukehren, um dieses Problem dauerhaft zu lösen und das Department of Homeland Security vollständig zu finanzieren und wiederzueröffnen“.
Doch obwohl Trump und die Republikaner derzeit alle drei Staatsgewalten kontrollieren, scheint der Präsident seine Verbündeten nicht dazu bewegen zu können, die Partei in Washington zu halten. Wobei: Den Shutdown selbst hat er von seinem Resort in Mar-a-Lago aus vom Zaun gebrochen – und ist seitdem nicht weniger als sechsmal Golf spielen gegangen, auch an diesem vergangenen Wochenende.