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Marissa Nadler: Nebel im Hochmoor


Es war einmal ein Mädchen namens Marissa, anmutig und schön von Gestalt, mit Haut wie Schnee und pechschwarzem Haar. Es wuchs in einem abgeschiedenen Winkel von Amerikas Nordosten auf, als Tochter von Hippies, die ihr alle Freiheit der Welt ließen, ihr letztere aber so unzulänglich erklärten, dass die ohnehin träumerisch veranlagte Marissa ihr junges Leben lang von einem seelischen Notstand in den nächsten taumelte.

Nichts nahm sie leicht, jede sich andienende Ablenkung wurde verworfen. Marissa fand nur Gleichgewicht in der Natur, in der Poesie, in der Musik. Und in ihren Gedanken, die stets um die Endlichkeit des Lebens kreisten, um heillose Verstrickungen und dunkle Geheimnisse. Wenn sich Marissa verliebte, dann unglücklich. Gleichaltrige nahm sie nicht ernst, in der Schule galt sie als Außenseiterin, schon weil sie es ablehnte, Jeans zu tragen oder Turnschuhe.

Nicht zuletzt ihren schwarzen, fließenden Gewändern und ihrem umflorten Blick verdankte sie einen Ruf, der ihr bis heute nachhängt. „Es gibt immer noch Leute, die mich für eine Art Hexe halten“, lächelt Marissa Nadler, „dabei bin ich nicht mehr so verschlossen wie früher, nicht mehr so technophob, nicht entfernt so esoterisch verschwurbelt wie meine Mutter.“

Unangepasst und allen Vereinnahmungsversuchen gegenüber ablehnend sei sie freilich geblieben, daran habe weder ihr Kunststudium noch ihr Leben in New York etwas geändert. „Die Medien tendieren natürlich dazu, dich in Schubladen zu stecken, auf denen ‚Weird Folk‘ oder ähnlich Nichtssagendes steht, aber wer das tut, hat meine Platten offenbar nie gehört.“

Vier Alben sind es inzwischen, die Nadlers geisterhaft schwebende Stimme durchzieht wie Nebel ein Hochmoor. Beginnend mit dem spartanisch arrangierten, so frostigen wie grimmig humorigen „Ballads Of Living And Dying“, gefolgt von „The Saga Of Mayflower May“, das in Trennungsschmerz zu ertrinken droht, dem „Songs III: Bird On The Water“ betitelten, musikalisch farbigeren, lyrisch indes nicht minder desolaten Dritten, sowie dem aktuellen: „Little Hells“. Worauf sogar- welche Frivolität!- ein paar Minuten Synth-Pop-Geblubber zu vernehmen sind, doch geht es in den Liedern abermals um Tod, Einsamkeit und unerfüllte Liebe.



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