Merkel rief bei Toten Hosen an: „Herr Campino, wir sind auf Ihrem Lied herumgetrampelt“

Zu den Toten-Hosen-Klängen waren nach der Bundestagswahl 2013, bei der die CDU mit Angela Merkel als Sieger hervorging, diese TV-Szenen zu sehen: CDU-Fraktionschef Volker Kauder presst mit Leidenschaft das Mikro an den Mund, Angela Merkel und Ursula Von der Leyen klatschen selig aneinander vorbei und im Hintergrund und im Publikum entgleisen die Gesichtszüge vor Freude. Videobilder des Abends gingen über die Kanäle der Nachrichtenagentur Reuters um die Welt.

Der Soundtrack des christlich-demokratischen Freudentaumels war das Lied „Tage wie diese“, ausgerechnet jener Song, den die Toten Hosen im Sommer als Beispiel dafür anführten, dass ihre Lieder allzu oft von diversen Parteien („vor allen Dingen bei CDU und SPD“) für ihren Wahlkampf mißbraucht würden. „Wir empfinden es als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft“, so die Düsseldorfer in einer offiziellen Pressemitteilung Ende August 2013. Nun hatte man angesichts der CDU-Party befunden: Das Ganze sei „wie ein Autounfall“.

Ein Paar Tage danach erhielt Hosen-Sänger Campino, wie jetzt bekannt wurde, einen Anruf – von Merkel. Das berichtet „Spiegel Online“. „Herr Campino, ich rufe an, weil wir letzten Sonntag so auf Ihrem Lied herumgetrampelt sind“, soll die Kanzlerin gesagt haben. Merkel soll ebenfalls angemerkt haben, dass sie das Lied „sehr schön“ finde.

Man brauche sich nicht zu sorgen, dass „Tage wie diese“ die „nächste CDU-Hymne werde“. Merkel verwies als Rechtfertigung für den Lied-Einsatz auch darauf, dass die Band die Nutzung zwar für Wahlkampfveranstaltungen, nicht aber für Siegesfeiern ausgeschlossen hätten.


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