„My Own Love Song“: Renée Zellweger does Dylan


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Der fünfmintütige Trailer, der bereits seinen Weg zu Youtube & Co. gefunden hat, kann einem durchaus Angst machen. Lässt man die erfreuliche Tatsache außen vor, dass Bob Dylan den Sountrack zu Olivier Dahans Mischung aus Tragikkomödie, Drama und Roadmovie geschrieben hat, bleiben noch die Angstfragen: Ist der Film wirklich so verschmockt wie der Trailer? Und braucht man wirklich eine Renée Zellweger, die im Film beim großen Am-Ende-der-langen-unwegsamen-lustig-tragischen-Reise-braucht-es-ja-immer-das-große-amerikanische-Tränenfinale Guthries „This Land Is Your Land“ und „Life Is Hard“ singt?

Fragen, die sich jeder nach Sichtung der Trailer unten selbst beantworten kann. Tatsache ist jedoch, dass „My Own Love Song“, der in Deutschland noch keinen konkreten Starttermin hat, mit einem Soundtrack aus der Feder von Bob Dylan kommen wird. Dabei hatte Olivier Dahan erst einmal nur gefragt, ob Dylan einen Song für das Finale des Films schreiben mag. Daraus wurde „Life Is Hard“ – und aus der Arbeit an diesem Song wuchs bekanntlich das gesamte Album „Together Through Life“ und noch genügend Material, um den Soundtrack des Films zu befüllen. Olivier Dahan erklärte dem amerikanischen Rolling Stone: „Dylan hat uns gefragt, ob wir das übrige Material gebrauchen könnten – und ich sagte nur: ‚Na klar!'“

Zellweger, die einen querschnittsgelähmten Ex-Country-Star auf der Suche nach ihrem Sohn spielt, sei zunächst nervös gewesen, beim Gedanken daran, Dylan zu singen, so Dahan: „Das fand ich irgendwie bizarr. Ich liebe ihre Stimme.“ Es ist auch nicht das erste Mal, dass Zellweger singt – schon bei „Chicago“ schlug sie sich recht wacker. Dennoch sagte sie zur Dylan-Herausforderung: „Es war furchteinflößend.“

Zellweger erklärte dem Rolling Stone, dass ihre Version von „Life Is Hard“ (Dylans Original ist im Abspann zu hören) „sehr anders“ sei als das Original: „Es ist eine Mischung aus einer gesungenen Entschuldigung und einem Wiegenlied. Man hört, dass es an ein Kind gerichtet ist.“ Auch ihr Co-Schauspieler Forest Whitaker wird im Film einen Dylan-Song singen: In einer melancholischen Szene singt er „What Good Am I?“

Die Arbeit an dem Film habe Zellweger zudem inspiriert, eigene Songs zu schreiben. Wie die klingen? „Ich weiß nicht, welchem Genre ich sie zuordnen würde. Und ich weiß nicht, ob ich sie jemals mit Jemandem teilen werde – meine Nachbarn ausgenommen. Die haben ja nicht wirklich eine Wahl.“

Die ersten Kritiken zum Film fielen eher mäßig aus. Variety konstatierte zum Beispiel, der Film sei „a heartfelt mess, Americana road movie ‚My Own Love Song‘ marches to its own tune but never really finds its rhythm.“ In Sachen Filmstart steht bisher nur fest, dass er angeblich 2010 erscheinen soll. Aber wer weiß, ob das final ist. Der letzte Film, der sich einem strauchelnden Countrystar annahm, lief ja trotz Oscar für den Hauptdarsteller auch eher mäßig…