Neil Young: Auf Kreuzzug gegen den Spotify-Boss: „Verlasst diesen Ort, bevor er eure Seele auffrisst“


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Neil Young legt nach. Nach neuerlichen Debatten um den umstrittenen Video-Podcast „The Joe Rogan Experience“ auf Spotify, wendet er sich nun direkt an die Belegschaft der Streaming-Plattform. „Verlasst diesen Ort, bevor er eure Seele auffrisst“, schreibt er in einem mit „I say“ überschriebenen Appell auf seiner Website „The Neil Young Archive“. Auch Musiker und Musikerinnen sollten sich schleunigst eine bessere Adresse für die Verbreitung ihrer Kunst suchen.

Mittlerweile hat sich die Hauptkampflinie für Young verschoben. Längst ist nicht mehr Moderator Joe Rogan das Hauptproblem, sondern Spotify-Boss Daniel Ek. „Den Mitarbeitern von Spotify sage ich, dass Daniel Ek euer Problem ist – nicht Joe Rogan. Ek zieht die Fäden. (…) Bei den von Ek genannten Zielen geht es um Zahlen – nicht um Kunst, nicht um Kreativität.“

Young ruft offen dazu, dessen Geschäftsbasis trocken zu legen. Besonders die finanzstarken Babyboomer fordert er mit nüchterner Kunden-Logik dazu auf, andere Prioritäten zu setzen. Auch die Banken, die für die Zahlungsabwicklung bei dem schwedischen Konzern sorgen, bekommen in Fett weg. „In unserem Zeitalter der Kommunikation werden Fehlinformationen zum Problem. Lasst diese Faker einfach sausen und suchen sie sich einen guten, sauberen Ort, den Sie mit Ihren monatlichen Schecks unterstützen. Sie haben die wahre Macht. Nutzen Sie sie!“

Gänzlich in Rage, verpasst Young auch der Spotify-Technologie einen Punch: „Spotify spielt die Musik mit 5 Prozent ihrer Qualität ab und stellt sie in Rechnung, als wäre sie echt.“ Man mag von diesem umfassenden Furor Neil Youngs halten, was man will. Daniel Ek jedenfalls, der mit derartigem Gegenwind wohl kaum rechnete und damit auch wenig souverän umgeht, steht vor einem massiven Image-Problem . Und das tangiert die Geschäfte mehr als ein paar zurückgezogenen Songs von CSNY: Spotify droht uncool zu werden.