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Neko Case: Kein Teufelspakt


Vorweg gesagt: „Middle Cyclone“ ist eine fabelhafte Platte, mit der Neko Case ihre intuitive Mischung aus Country und Pop und Indie-Collage auf ein neues Rekordhoch hievt. Case ist ohnehin ein bisschen eine Heilige, weil sie bei den New Pornographers so vielen Songs ihr seltsames, stolzes, geheimnisvolles, ungemein weibliches Leben eingehaucht hat. Ihre neue eigene Platte ist nicht mehr übermäßig düster, man wird also in Zukunft nicht mehr Country noir sagen können.

Aber was hat es mit den Tieren auf sich, und warum redet Case so viel vom Wetter? Irgendwie umarmt sie das Biest in ihrem Inneren, aber sie singt nicht von Trieben und Abgründen, wie andere Leute es an dieser Stelle tun würden. Sie singt von Trost und Befreiung. „Ein wichtiges Thema dieser Platte ist es, sich in seine tierische Natur fallen zu lassen, sich nicht gegen sie zu wehren“, erklärt Case. „Ich meine, mach keinen Deal mit dem Teufel um herauszufinden, was der Sinn des Lebens ist. Wir können ja die Existenz Gottes nicht beweisen und auch nicht leugnen, wir wissen nichts, unser Hirn ist zu klein, wir sind Tiere. Für mich hat das etwas sehr Tröstliches.“

Wie schafft Case es nur, dass auf ihrer Platte zwischen den Zeilen genau dieses Ringen von Instinkt und Vernunft spürbar wird? Es schwingt etwas in diesen fabelhaften Liedern, die ein Gesamtbild malen. „Ja, es geht darum zu akzeptieren, dass wir Instinkte haben“, bestätigt Case, „Instinkte haben ja einen schlechten Ruf, sie werden mit weiblichem Aberglauben assoziiert und so. Aber Instinkte sind wichtig. Sie führen zu Intuitionen, die wiederum zu richtigen Entscheidungen führen. Wir müssen uns unserer Instinkte wieder bewusster werden.“

Für ihre Musik stimmt das ohnehin schon immer. Sie entsteht intuitiv, nicht handwerklich. „Ich bin keine ausgebildete Musikerin, ich stochere herum und hoffe verzweifelt, dass sich meine Ideen am Ende wie richtige Lieder anhören. Ich baue den Eiffelturm, aber ich mache es mit Lolly-Stielen. Ich will damit sagen, dass man sich die Dinge selbst machen kann, mit dem was man hat, und dass man das irre ernst nehmen sollte.“



Von der Fledermaus infiziert: Stephen Kings „Cujo“

Follow @sassanniasseri Stephen King – Das Ranking Plätze 81-71 Plätze 70-61 Plätze 60-51 Plätze 50-41 Plätze 40-31 Plätze 30-21 Plätze 20-11 Plätze 10-01 Die besten Bücher von Stephen King Platz 13. Cujo (1981, deutsch: „Cujo“) ★★★★½ Schnell wie ein Rock-Song, und auch so dreckig und laut, so hat King die simple Geschichte dieses tollwütigen Bernhardiners beschrieben, der eine Mutter und ihren Sohn in einem liegengebliebenen Auto drangsaliert. Einer der wenigen Romane, die nicht direkt übernatürliche Kräfte bemühen – ein Monster im Schrank wird lediglich angedeutet, hinter dem sich der Killer in „Dead Zone“ verbergen und dessen Geist den Hund befallen…
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