Neu im Plattenregal: Die Alben vom 06. Juli 2012


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In unserem beliebten Überblick der Alben der Woche reisen wir weiterhin durch die Plattenläden des Landes. Heute empfehlen wir einen Besuch bei Rimpo Tonträger in der Marktgasse 17 in 72070 Tübingen. Weiter Infos hier.

Arkells – Jackson Square (The Organisation/Soulfood)
Tom Petty ohne ironische Brüche, Pearl Jam ohne Eddie Vedder, Foo Fighters ohne Dave Grohl, The Gaslight Anthem ohne Springsteen-Pathos. Was bleibt da noch? Die Antwort: recht viel! Treibender, druckvoller, melodischer Mainstream-Rock, der sich in Bescheidenheit übt, aber garantiert Highschool-Herzen brechen wird. (Max Gösche & Jörn Schlüter)
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Beak> – >> (Invada/Cargo)
Eins kann man dem Trio um Geoff Barrow nun wirklich nicht vorwerfen: dass Beak> gefallsüchtig sind. Stark beeinflusst von Neu! und Can graben sie auch auf ihrem zweiten Album wieder nach einer Musik, die kratzt, beißt und tritt. Frustrierend sollen die Aufnahmen zunächst gewesen sein. Frühe Tracks hätten nach einer schrecklichen „Pub-Prog-Rock-Band“ geklungen, heißt es. Aber dann, an einem regnerischen Nachmittag in Bristol, entstand doch wieder dieser magische, wenn auch bisweilen etwas anstrengende „Anti-Blue-Note-Sound“. Live eingespielt, mit wenigen Overdubs und diesmal sogar mit Synthesizern. (Jürgen Ziemer)
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Dirty Projectors – Swing Lo Magellan (Domino/GoodToGo)
Auf „Swing Lo Magellan“ präsentiert Mastermind David Longstreth „1.000 und eine Idee, wie man Popsongs zu Kunstwerken umstricken kann.“ Hier geht es zur Review.
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Echo Lake – Wild Peace (No Pain In Pop/Cargo)
Die Londoner Echo Lake bringen nach ihrer EP „Young Silence“ nun ihr Debütalbum raus. In unserer Rubrik „Artist To Watch“ haben wir das Quartett schon einmal genauer unter die Lupe genommen.
>>>> Video zu „Even The Blind“

Serj Tankian – „Harakiri“
Nicht wirklich brachial, aber wieder härter und für eingeschweißte System Of A Down-Fans nicht ganz so aufwühlend wie sein Vorgänger, ist Serj Tankians drittes Soloalbum „Harakiri“ geworden; die Nachwehen der SOAD-Reunion Konzerte sind dem Album anzuhören, nach „Imperfect Harmonies“ (2010), auf dem der armenisch-US-amerikanische Sänger die Hard ´n´ Heavy-Fans mit ausgelassener Experimentierfreude empörte, liefert er nun wieder geladenen Rock und wie erwartet hochpolitische Textinhalte. Das Album enthält eingängig komponierte Rocknummern wie den Opener „Cornucopia“, und auch Elemente armenischer Folklore („Ching Chime“) mischen sich durchaus hörbar unter die „Harakiri“-Kollektion. Vertreten sind aber leider auch ein paar vor sich hin plätschernde Lückenfüller wie „Butterfly“, die auf dem heiß ersehnten neuen SOAD-Album dank Teamwork hoffentlich vermieden werden können. (Sophie Leubner)
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Newton Faulkner – Write It On Your Skin (Ugly Truth/Sony Music)
„Wie echt ist er, dieser Newton Faulkner? Seine Dreadlocks – nur eine Perücke?“ Wie Frank Lähnemann diese Frage beantwortet und wie er die zweieinhalb Sterne für „Write It On Your Skin“ begründet, können Sie hier nachlesen.
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Triggerfinger – „All This Dancin‘ Around“
Ach ja, dieser wundervoll atmosphärische Desert-Rock – coole alte Männer mit Gitarre, in schmutzigen Stiefeln auf einsamen Highways, ausgestattet mit reichlich Schweiß und Zigaretten. Den Ruf der mitreißenden Liveband verdanken sie noch ihren Zeiten als Cover-Band, heute sind die Belgier Triggerfinger in ihrer Heimat längst eine große Nummer; hierzulande ist das Trio noch immer ein Geheimtipp, und so steht ihr eigentlich bereits 2010 veröffentlichtes drittes Studioalbum „All This Dancin´Around“ auch erst ab heute in unseren Regalen. Wie die Vorgänger besticht es mit schwer verzerrten Gitarren und schleppenden Stoner-Riffs; Sänger und Charismatiker Ruben Block klingt viel jünger als er aussieht und singt sich solide durch die mal rockigen, mal bluesigen, mal psychedelischen Nummern. Extra-Leckerbissen: das spontan während einer Radioshow entstandene Lykke Li Cover „I Follow Rivers“. (Sophie Leubner)

Cro – „Roap“ (Chimperator/Groove Attack)
Der Panda als Maskottchen dreht ja gerade seine Runden. Bei den Elektopunkern von Frittenbude ist er schon seit Jahren festes Bühnenmitglied, bei den Turntablerockern zeigt er sich lustfröhnend im Video zu „303“, bei Cro ersetzt er nun den verchromten Totenkopf, den einst Sido auf der Nase trug. Und dahinter? Das was Cro auf seinem Debütalbum „Roap“ – der Symbiose von Rap und Pop – präsentiert, wurde schon längst vor Release als, wieder einmal, neue deutsche Hip-Hop-Hoffnung gefeiert. Ein bisschen hoch gegriffen vielleicht, doch auch nicht völlig, denn der Schwabe mit dem sonnigen Gemüt rappt sich unbekümmert und gewitzt an HipHop-Floskeln vorbei und hat sich mal eben selbst zum „King Of Roap“ gekürt. Ein Spartentitel, dem man ihn derzeit auch nur schwer abargumentieren kann.

Iggy Pop – Après (Le Rat Des Villes/Broken Silence)
Für Iggy Pop ist „Après“ der nächste logische Schritt nach „Préliminaires“, dennoch mutet es schon etwas obskur an, wenn Iggy Pop ein ganzes Album veröffentlicht, auf denen er französische Chansons covert. Mehr zu „Après“ lesen Sie hier.

Twin Shadow – Confess (4AD/Beggars Group/Indigo)
Unverkennbar ist der Einfluss von Arcade Fire und TV On The Radio, aber auch wenn der New Yorker George Lewis Jr. nicht ganz an diese beiden Giganten heranreicht, gelingt es ihm, den Indie-Pop der 80er-Jahre weiterzudenken und daraus einen furios synthetisierten, urbanen Sound zu generieren. (Max Gösche & Jörn Schlüter)
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