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Blackout Tuesday

No Peace, No Pussy: Spike Lee stellt „Chi-Raq“ bei der Berlinale 2016 vor

In Spike Lees Chi-Raq kommt so ziemlich jedes Körperteil in Schwung. Lil’ feets, big buts, low hips und titties of all kind fliegen den Kinogängern in diesem politischen Hip-Hop-Musical wie die Kugeln aus den vergoldeten Revolvern und die in rhymes and beats arrangierten Argumente um die Ohren. Das ist genauso grandios anzusehen, wie es klingt, führt aber auch an die Grenzen der Erträglichkeit.

Spartaner und Trojaner stehen sich in seinem neuen Film bis an die Zähne bewaffnet gegenüber, als die schöne Lysistrata zur Tat schreitet. Sie bringt die Frauen der Republik hinter sich und überredet sie, ihren den Krieg vorantreibenden Männern so lange jeden körperlichen Zugang zu verwehren, bis sie das blutrünstige Morden auf den Straßen von Chicago ein Ende macht. Auf dessen Straßen tobt ein Kampf, der mit dem peloponnesischen Krieg durchaus vergleichbar ist. Es ist der Krieg, den schwarze Gangs und Banden auf den Straßen US-amerikanischer Großstädte führen. Das Zentrum dieses Krieges ist Chicago, die Stadt gilt als Mordhauptstadt der USA. Auf ihren Straßen sind in den vergangenen zehn Jahren mehr Menschen durch Schusswaffen ums Leben gekommen als Soldaten im Irak, weshalb in der Hip-Hop-Szene der Name »Chi-Raq« aufgekommen ist. Die Stadt am Michigansee ist zumindest im Süden eine »Terrortown«, so wie auch »Killadelphia« und »Bodymore« Teile des »Murderland« sind, das sich in den schwarzen Bezirken entwickelt hat.

Spike Lee hat Chi-Raq für den Titel seines überwältigenden Films übernommen, in dem er die Bandengewalt mithilfe der Lysistrata-Erzählung in ein fulminant ironisches Hip-Hop-Musical mit ernstem Fundament verwandelt. Die Handlung ist mehr oder weniger eine direkte Übertragung der klassischen Erzählung in die Gegenwart von Englewood Chicago. Ohne Rücksicht auf Verluste kämpfen dort die Mannen von Rapper Demetrius Dupree alias Chi-Raq (Nick Cannon) gegen die Truppen des einäugigen Cyclops (Wesley Snipes) um die Vorherrschaft auf der Straße und in den Clubs.



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