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Nod One’s Head: schmutzige Gedanken

Um im Konzert des Elektro-Geklackers halbwegs durchschimmern zu können, bedarf es bester Vorbereitung – oder zumindest einer guten Note Pop. So gelang es Paul Kalkbrenner, sich zum Elektro-Titan zu mausern, und zuletzt auch DJ Wankelmut. Das Duo Nod One’s Head weiß nur zu gut, dass auf das Internet allein kein Verlass mehr ist. Spreu und Weizen stapeln sich dichter denn je aufeinander – und deshalb bereiteten sich die ehemaligen Internatsfreunde gut vor, um den „zu vielen DJs“ den Kampf anzusagen.

„Featuring Artists, der einsame Mann an den Plattentellern, von all dem sind wir gelangweilt. Wir wollen das Konzert zurück in den Club holen, ohne auf Deep House, Minimal und Techno zu verzichten. Wir setzen auf das Live-Erlebnis, wir sind eine Band. Authentisch elektronisch“, erklärt Moritz Bommert das Konzept hinter NOH, was Sängerin und Cellistin Lotte Lovegood lächelnd abnickt. Dass sie selbst früher eines dieser Mädchen war, die Hardrock gehört haben und mehr mit den Jungs anfangen konnten, kann man bei ihren Konzerten erahnen. Dort gibt es keine schönen Kleidchen, sondern Whiskey und gern auch einen gepflegten Stagedive. „Aber das geht mit unserer EP einher – ‚Dirty Heart‘ ist eine Art Schrei, den du rauslassen willst, ein Reinigungsprozess. Musikalisch aber auf ein Minimales reduziert.“

Als Texterin setzt sie sich mit sich selbst auseinander, als jemand, der zuvor auch einsam durch die Clubs tanzte. „Wenn du mit elektronischer Musik feierst, versinkst du in deinen eigenen Gedanken, machst alles mit dir selbst aus. Ich gebe mich preis, damit die Leute mit mir sind und wir gemeinsam darauf tanzen können.“ Dabei lässt Charlotte Bühler, so ihr richtiger Name, Spielraum für eigene Interpretationen. „In ‚The Moon‘ verarbeite ich den Tod meines besten Freundes, da kullern mir heute noch die Tränen. Die Leute kommen aber häufig zu mir und meinen, was für ein tolles Liebeslied das sei. So muss es doch sein. Jeder soll Platz für seine eigenen Geschichten in unseren Liedern finden.“

Kasper Moritz reißt ironisch seine Arme nach oben. Er singt „I love House Music“, woraufhin er einen Seitenhieb kassiert. „So eben nicht. Unser Spaß-Song ist ‚She’s A Criminal‘, denn Mädchen haben ja auch dreckige Gedanken, wenn sie durch die Nächte ziehen.“ Tiefe Bässe sind Antwort darauf, ebenso wie echte Instrumente. Die sind Nod One’s Head wichtig. Nachdem sie mit „Heart Of Gold“ überraschend einen Hit aus dem Ärmel zogen, geht es wieder an die Arbeit: Im Sommer soll „Dirty Heart“ seine Fortsetzung finden.


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