Olympia 2026 – Eröffnungsfeier: Musikspektakel mit großem Stimmen
Für die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand lernen wir Italienisch: „Armonia“. Andrea Bocelli und Laura Pausini schwelgen mit US-Diva Mariah Carey.
Wenn am Freitag (6. Februar) die Olympischen Winterspiele eröffnet werden, bricht Italien mit einer Tradition. Erstmals in der Geschichte der Spiele findet die Eröffnungsfeier nicht an einem Ort statt, sondern auf vier Bühnen in vier Regionen:
im San-Siro-Stadion zu Mailand sowie in den Ski-Orten Predazzo, Livigno und Cortina d’Ampezzo.
In der blumigen Wortwahl des IOC heisst es: „Stadt und Berge, Metropole und Alpenraum werden zu gleichberechtigten Schauplätzen eines synchronisierten Ereignisses, das sich einem zentralen Leitmotiv verschreibt: Armonia.“
„Harmonie“ also. Ein Motto, das sich angesichts der von IOC-Chefin Kirsty Coventry angestrebten „Wiedereingliederung“ der gegen die Ukraine einen Angriffskrieg führenden Russen in den Olympia-Zirkus wie Hohn klingt. Ein noch schwebendes Verfahren, das nun musikalisch mit großem Aufschlag in den Hintergrund gedrückt wird.
Andrea Bocelli war schon 2006 bei Olympia in Turin dabei
Opernstar Andrea Bocelli kehrt dafür rund 20 Jahre nach seinem Auftritt bei den Spielen von Turin 2006 auf die Olympia-Bühne zurück. Damals wurde seine Interpretation von „Because We Believe“ zur Hymne der Abschlussfeier. Im Stadion der Stadtrivalen Inter und AC Mailand steht er nun im Zentrum der IOC-Konzept-Harmonie

Im Schlepptau: US-Ikone Mariah Carey, die auf Italienisch singen wird, sowie Laura Pausini, deren Weg von der Bühne des Sanremo-Festivals bis zum Grammy-Gewinn exemplarisch für den internationalen Erfolg von Italo-Pop steht.
Den berühmten Kontrapunkt setzt Ghali. Ein Rapper, dessen Ouvre geprägt ist vom Mailänder Corso-Slang, im Mix mit franco-arabischen Einflüssen. Die so genannte „urbane Perspektive“ der Eröffnungsszeremonie.
Dazu kommen Klassik-Allzweckwaffe und Pianist Lang Lang und Fame-Mezzosopranistin Cecilia Bartoli.
„The White Lotus“-Star dabei
Dass diese Eröffnung einzigartig sein will, zeigt die starke Einbindung des Kinos. Pierfrancesco Favino, Matilda De Angelis und Sabrina Impacciatore – zuletzt international gefeiert durch ihre Rolle in „The White Lotus“ – sollen dem Abend die dramaturgische WOW-Klammer verpassen.
Wir erwarten ein wuchtiges Italo-Spektakel mit Pomp und Eleganz, es soll laut Gastgebern „ein Porträt des zeitgenössischen Italiens“ entworfen werden. Also „Armonia Grande“ als Aufforderung. Wohlfeile Worte in einer grimmigen Welt.