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TV-Fußnoten

Oscars 2015: Alle Highlights der Preisverleihung

Die größte Überraschung kam zum Schluss – und Alejandro González Inárritu konnte es selbst nicht recht glauben: Vier Oscars fuhr er für seine Hollywood-Farce „Birdman“ ein, darunter die beiden größten Preise: beste Regie und bester Film. Auch „Grand Budapest“ gewann vier Academy Awards, wenngleich weniger entscheidende (sorry, Make-up-Künstler!), „Whiplash“ immerhin drei. Die zweitgrößte Überraschung der Nacht war der Komplettausfall bei ProSieben, gleich zu Beginn, als J. K. Simmons seine Trophäe bekam: Plötzlich waren Bild und Ton weg. Passiert im Jahre 2015 auch nicht mehr so häufig.

Dass „Boyhood“ nur einen Preis bekam, war die Tragödie des Abends. Der Triumph gehörte Patricia Arquette (Beste Nebendarstellerin), deren Rede vielleicht die wichtigste Botschaft hatte: Sie forderte endlich gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – und überhaupt mehr Rechte für Frauen. Meryl Streep warf spontan aus Solidarität die Arme in die Luft. Ansonsten motivierte vor allem der Martin-Luther-King-Film „Selma“ die Beteiligten zu politischen Reden – nachdem Neil Patrick Harris die Zeremonie mit den Worten begonnen hatte: „Tonight we honor Hollywood’s best und whitest – sorry, brightest!“ (Schwarze Schauspieler waren diesmal gar nicht nominiert.) Common und John Legend gewannen immerhin für den Song „Glory“, der mit mächtig Pathos nicht nur die stets zum Weinen bereite Oprah Winfrey schüttelte. Lady Gaga wiederum war von ihrer eigenen Performance, einer Hommage an „The Sound Of Music“, sichtlich gerührt. Julianne Moore wurde zur besten Hauptdarstellerin gekürt und bewahrte gerade noch die Fassung. Eddie Redmayne, der sich gegen Bradley Cooper, Benedict Cumberbatch und Michael Keaton durchsetzte, konnte es dagegen gar nicht fassen. „This is Oscar!“, stammelte er fröhlich und versprach, die Statue immer brav zu putzen.

Und dann war da natürlich noch der stets blankgeputzte Neil Patrick Harris. Anfangs schlug er sich nicht schlecht als Moderator und legte einen schwungvollen Auftritt samt Tanzeinlage hin, doch der gespielte Witz ließ im Laufe der Show etwas nach – zu verkrampft wirkte er, auch wenn die meisten Pointen saßen. Spontaneität, selbst wenn sie nur vorgetäuscht ist, bleibt eben eine schwierige Disziplin, besonders bei so einer Veranstaltung. Sean Penn gelang sie, als er den Preis für den besten Film übergab. „Who gave this son of a bitch a green card?“ rutschte ihm heraus – was Inárritu nicht übel nahm. Er hoffe nur, sagte der Regisseur, dass die Immigrationsgesetze nun nicht strenger würden, weil schon wieder ein Mexikaner gewonnen hat. Also glücklicherweise doch keine ganz weiße Nacht.



Buyer's Guide: Pixies, Breeders und Frank Black – die Alben und Raritäten

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