Oscars aktualisieren KI-Regeln für Drehbücher und Schauspiel

Die Academy hat ihre Regeln zum Einsatz von KI überarbeitet – darunter eine Vorschrift, die ausschließlich menschlich verfasste Drehbücher zulässt.

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Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat geregelt, wie sie den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Oscar-Kandidaten künftig bewertet.

Ab der Verleihung 2027 – der 99. Oscarverleihung – behält sich die Academy das Recht vor, zu erfragen, in welchem Umfang und auf welche Weise KI bei einem Film eingesetzt wurde. Laut „Variety“ muss ein Drehbuch, das in einer der beiden Schreibkategorien (Original- oder adaptiertes Drehbuch) antreten will, vollständig von einem oder mehreren Menschen verfasst worden sein, die zum Zeitpunkt des Schreibens lebend und atmend waren – sprich: kein KI-Einsatz. Darüber hinaus behält sich die Academy vor, ihre Regeln anzupassen, wenn sich die Art und Weise, wie Menschen KI nutzen, verändert. Dabei betonte sie, dass sie dem Werk von Menschen weiterhin verpflichtet bleibe.

KI steht zuletzt verstärkt in der Kritik, seit mit „As Deep as the Grave“ ein Film erschienen ist, der generative KI einsetzt, um den verstorbenen Val Kilmer auf die Leinwand zurückzubringen. Die Tochter des Schauspielers, Mercedes Kilmer, hat erklärt, sie sei mit dieser Praxis einverstanden.

Mercedes Kilmer über KI

„Es begann als Möglichkeit, die Einschränkungen durch seine Krankheit zu überwinden, aber dann entwickelte es sich zu etwas, bei dem er wirklich so war wie: ‚Oh, warte. Ich habe die Chance, tatsächlich einen Präzedenzfall zu schaffen’“, sagte sie gegenüber „The Today Show“. „Es hat sich in zwei Lager gespalten. Menschen, die vielleicht eine unsichere Position in der Branche haben, sich Sorgen machen und KI als Bedrohung sehen – was absolut berechtigt ist – und jüngere Menschen, jüngere Schauspieler und Musiker. Ich bin Musikerin und viele Menschen, die ich kenne, haben so viel Angst vor dieser Technologie.“

Die Academy hat außerdem ihre Regeln für andere Kategorien überarbeitet. Schauspieler dürfen nun mehr als eine Nominierung in derselben Kategorie erhalten und treten damit gewissermaßen gegen sich selbst an. Ein Schauspieler wie Josh O’Connor, der letztes Jahr in vier Filmen zu sehen war, könnte damit theoretisch alle Plätze der Kategorie „Bester Schauspieler“ bis auf einen belegen – vorausgesetzt, seine Leistungen wären gut genug.

Ebenso dürfen Filme aus demselben Land nun in der Kategorie „Bester internationaler Film“ gegeneinander antreten. „Anatomie eines Falls“ konnte 2023 trotz Nominierungen in anderen Kategorien, darunter „Bester Film“, nicht für Frankreich ins Rennen gehen. Frankreich entschied sich stattdessen, „The Taste of Things“ einzureichen – der Film erhielt keine Nominierung.

Neue Kampagnenregeln

Die Academy hat zudem ihre Regeln für die Kategorien Casting sowie Haare und Make-up aktualisiert. Außerdem wurden neue Vorschriften dafür eingeführt, wie Produktionen für sich werben dürfen.