Highlight: Von genial bis gaga: Zehn Musikerzitate

„Perfekt unperfekt“: Billy Corgan über das Meisterwerk der Smashing Pumpkins

Anfang Dezember erschien die CD- und Vinyl-Box „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ – das Wunderwerk von Billy Corgan und seinen Smashing Pumpkins aus dem Jahr 1995, das noch immer eines der erfolgreichsten Doppelalben aller Zeiten ist. In seiner Replay-Review schreibt Arne Willander in unserer neuen Ausgabe merklich euphorisiert: „Tatsächlich übertreffen die Songs sogar Roger Waters‘ Isolations-Parabel ‚The Wall‘: Mit den Oblatenbildern wie aus alten Kinderbüchern und illustrierten Märchen, Musik aus einem Füllhorn voll Led Zeppelin, Can, Cheap Trick, Tangerine Dream,  The Cure und Pink Floyd und Texten wie ein Amalgam aus Bret Easton Ellis, Franz Kafka und Donald Duck entwarf Corgan ein Wolkenkuckucksheim.“ Die vollständige Review kann man hier lesen.

Der ROLLING STONE sprach mit Corgan über das berühmte Doppelalbum, von dem er sagt: „Es ist in vielerlei Hinsicht wundervoll, dass wir in der Lage waren, etwas so Großartiges zu erschaffen – als eine Art letzter Beweis des Wertes dieser Band. Aber das war es dann leider. So gut wie hier sollte es für diese vier Menschen gemeinsam nie wieder werden.“

Tatsächlich brach die Besetzung der Band in den Folgejahren auseinander. Als sich Drummer Jimmy Chamberlin und der Tour-Keyboarder Jonathan Melvoin in der Nacht auf den 12. Juli 1996 eine Überdosis Heroin spritzten, die für Melvoin tötlich endete, trennte man sich von Chamberlin – was Billy Corgan, James Iha und D’arcy Wretzky schwer traf. Iha blieb bis 2000 Bandmitglied, Wretzky bis 1999, Chamberlin war ab 1999 bis 2009 dann schon wieder dabei. Dennoch musiziert Billy Corgan noch immer unter dem Bandnamen Smashing Pumpkins. Die Original-Mitglieder sind bis heute zerstritten.

Wann hast du dir zuletzt „Mellon Collie …“ in voller Länge angehört?

Das ist gar nicht so lange her, weil ich das Mastering abnehmen musste. Wenn ich alte Alben von mir anhöre, bringt es mich immer gleich in die Atmosphäre zurück, in der sie entstanden. Ich erinnere mich, wie der Raum ausgesehen hat, in dem wir es aufgenommen haben, und wer dabei war. Meine Erinnerung funktioniert da sehr sinnlich. Wenn ich dann tiefer in mich gehe, erinnere ich mich an die lustigen Geschichten drumrum. Als wir dieses Album aufgenommen haben, hatten wir einen Rehearsal-Raum, den wir Pumpkinland nannten. [Co-Produzent] Flood wollte „Melan Chollie…“ darin aufnehmen, was uns wirklich überrascht hat. Er mochte es, wie wir darin spielten. Er dachte, wir würden uns dort wohler fühlen. Einmal arbeiteten wir gerade an einem Song, [Co-Produzent] Alan Moulder und ich waren in einem anderen Raum, und plötzlich platzte eine Wasserleitung. Das Wasser flutete den ganzen Boden und wir versuchten das Equipment in die letzte noch trockene Ecke zu werfen. Wir lachten dabei wie bescheuert, weil die Situation so absurd war. Solche Geschichten fallen mir in erster Linie ein, wenn ich mir meine Alben noch mal anhöre.



Von genial bis gaga: Zehn Musikerzitate

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