Pete Doherty live: „That is Rubbish!“ – vorzeitiger Abbruch des Konzerts


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Pete Doherty wird jetzt fast schon zu einem Typen, den man ohne Probleme seiner Schwiegermutter vorstellen kann. Betonung auf „fast“. Das dritte Mal in nur einer Woche spielte er gestern Abend in Berlin, einmal regulär mit seinen Babyshambles und zweimal akustisch, zu zweit und recht spontan.

Der dritte Auftritt sollte um Mitternacht beginnen, Pete betritt nur eine Dreiviertelstunde zu spät die Bühne. Artig begrüßt er das Publikum, schnallt sich die Gitarre um und beginnt mit „There She Goes“ und setzt damit den Rahmen für den Abend. Der Keller im Fluxbau ist wider Erwarten angenehm gefüllt, manche finden sogar Platz um sich von ihren T-Shirts zu befreien und diese auf die Bühne zu werfen. Routinemäßig greift Pete zu Zigaretten und Getränken, die ihm aus dem Publikum gereicht werden. Als er die ersten Akkorde vom Libertines-Klassiker „Time For Heroes“ anspielt, wird es zum ersten Mal laut. Kurzerhand entschied er sich dann doch dagegen und spielte erst eines seiner Solo-Stücke.

Die großen Crowdpleaser blieben aus, stattdessen setzte Doherty auf ruhige Stücke, meist aus dem Babyshambles- und Solo-Reportoire, die er mit schlampig-charmanter Improvisation auffüllte. Ein abruptes Ende findet der Abend als einer seiner Landesleute „That Is Rubbish!“ ihm zuruft. Davon war der bisher so brave Pete nicht sehr begeistert, woraufhin er mit seiner Gitarre auf den Stänkerer losgeht und sogleich die Bühne verlässt. Beinahe hätte man glauben können die Läuterung ist schon abgeschlossen, aber ein bisschen von seiner alten Punk-Attitüde ist doch noch in ihm übrig. Schwiegermama muss noch warten.