Pete Dohertys bewegender Brief aus Entzugsklinik: Endlich raus aus dem Drogensumpf?


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Peter Doherty befindet sich derzeit in einer thailändischen Reha-Klink, und womöglich findet er endlich den Weg aus dem Drogensumpf. Der Libertines-Frontmann hat einen offenen Brief geschrieben, die im britischen „Independent“ erschienen ist. Darin äußert er sich optimistisch über seine Fortschritte.

In seinem Brief erzählt der Rockmusiker, dass er im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal einen Joint rauchte und dann erste Erfahrungen mit LSD und Speed sammelte. Mit 22 konsumierte er Heroin und nannte es verharmlosend „Opium“. Seine ersten Entzugsversuche scheiterten, vielleicht auch deshalb, weil sie zumeist verordnet gewesen seien und somit nicht seiner tiefen Überzeugung entsprangen.

Schließlich kam die Wende: „Erst jetzt war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich wirklich bereit war. Ich war verzweifelt. Am Ende. Als nächstes blieb eigentlich nur noch Selbstmord. Ich realisierte, dass ich Hilfe brauchte.” In der Vergangenheit bewältige Doherty Probleme durch das Schreiben von Songs: „Aber das funktionierte irgendwann nicht mehr. Auftritte waren ein Albtraum, und die Stücke waren so düster, dass ich sie nur spielen konnte, wenn ich komplett breit war.”

In Thailand fand er nun die Zeit, in sich hineinzublicken und sein Leben Revue passieren zu lassen. Dabei kamen ihm all die durch den Drogenkonsum verpassten Gelegenheiten zu Bewusstsein, der „Verlust von Freunden, Beziehungen, beispielsweise die zu meinem Sohn und meiner Tochter, die ich erst einmal in meinem Leben gesehen habe […].“ Auch die Libertines litten unter der Sucht des 35-Jährigen: „Als wir unseren Plattenvertrag unterschrieben hatten, bot mir jemand Koks an, und ich trieb es schnell auf die Spitze und fing mit Crack an. Carl (Barât) konnte Crack und Heroin nicht ausstehen, genauso wenig wie die Typen, mit denen ich abhing. Also lösten wir uns als Band auf.”

Doch nun habe er die Kraft gefunden, seine Abhängigkeit womöglich endgültig zu besiegen: „Ich habe vor ein paar Tagen meine letzte Dosis Methadon bekommen, die Detox-Phase ist vorbei. Ich möchte jedem, der mit Suchtproblemen zu kämpfen hat, sagen: Es gibt einen Ausweg. Man kann genesen.” Libertines-Kollege Barât bestätigt die Fortschritte Dohertys gegenüber NME: „Pete geht es gut! Ich musste mich kneifen, aber er wirkt tatsächlich zehn Jahre jünger. Es sieht derzeit wirklich gut aus.” Diese neugewonnene Energie hat Doherty direkt kreativ umgesetzt, denn laut Barât haben die beiden Musiker bereits fünf neue Songs für die Band geschrieben.